Sonntag, 15. Mai 2016

Standpunkt 1016: Bargeld - der Anfang vom Ende; Teil 2


Organisierte Kriminalität (Quelle: acting-man.com)


In Teil 1 zu diesem packenden Thema haben wir die "historischen" Beiträge und Kommentare des Blogs aufgearbeitet und unseren LeserInnen wieder in Erinnerung gerufen. 

Die bisherige Resonanz war beachtlich, gleichzeitig aber auch sehr zwiespältig: Viele begreifen die Sprengkraft dieser Entwicklung, weigern sich jedoch (noch) beharrlich, den von uns beschriebenen Konsequenzen zu folgen. Die Argumente dieser Verweigerer sind nicht stichhaltig, lediglich ausgeliehen von den Beschwichtigern bei der Bundesbank und den Meinungsführern der Leitmedien.  

Dabei ist es nicht schwer, unseren Schlussfolgerungen vorbehaltlos zuzustimmen. Es genügen drei einfache Dinge: Nicht länger den Kopf in den Sand stecken, die Grundrechenarten beherrschen - d. h. 1 + 1 zusammenzählen können - und den Verstand ("Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!", Immanuel Kant) benutzen. Der Rest ist kinderleicht. Versprochen.

Wir liefern heute noch mehr "Nachdenkfutter" und "Lernhilfen" zum unausweichlichen Bargeldverbot, brandaktuell und höchst fundiert. Am Schluss fassen wir noch einmal unsere Argumente zusammen, warum ein Bargeldverbot völlig logisch ist und deshalb zwangsläufig kommen wird. Weltweit, nicht auf Europa beschränkt. Es ist längst beschlossene Sache. 

Den ersten Denkanstoß dazu liefert ein jahrzehntealtes Zitat von Franklin D. Roosevelt, von 1933 bis 1945 US-Präsident: "In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!" Ergänzen möchten wir diese Aussage durch ein wesentlich jüngeres Zitat eines noch lebenden Politikers, der augenblicklich in Europa als Präsident der EU-Kommission eine "undurchsichtige" Rolle spielt. Jean-Claude Juncker hat 2011, damals noch als Eurogruppenchef, folgendes Bonmot zum Besten gegeben: "Wenn es ernst wird, muss man lügen". Beide Aussagen lohnt es sich zu merken, wenn wir die Beiträge der vergangenen Wochen und Monate zum Thema Bargeld vorstellen und kommentieren. 

Die Diskussion um ein Bargeldverbot ist auch nach den letzten in Teil 1 vorgestellten Beiträgen - abgesehen von einem kleinen Sommerloch - nie mehr zur Ruhe gekommen. Aus gutem Grund, wie wir finden: Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Der Reihe nach:

GLOBAL RESEARCH meldet Ende August 2015 "Financial Times Calls For Abolishing Cash. 'To Give More Power to Central Banks'".  Weiter heißt es dort: "The Financial Times has published an anonymous article which calls for the abolition of cash in order to give central banks and governments more power." Mehr hier. Der Beitrag hat viele nützliche Links. Lesen!

Zur gleichen Zeit listet ZERO HEDGE in dem Beitrag "Why Government Hates Cash" eine Reihe von Gründen und Ereignissen auf, die den "war on cash" begreiflicher machen. Es beginnt mit einem Blick in das europäische Feldversuchslabor Griechenland, damals gerade von Berlin ein weiteres Mal in die Knie gezwungen: "In April it was announced that Greece was imposing a surcharge for all cash withdrawals from bank accounts to deter citizens from clearing out their accounts. So now the Greeks will have to pay one euro per 1,000 euros that they withdraw, which is one-tenth of a percent. It doesn’t seem very big, but the principle at work is extremely big because what they’re in effect doing is breaking the exchange rate between a unit of bank deposits and a unit of currency." Der Beitrag endet mit einer eindeutigen Botschaft: "The actual aim of the flood of laws restricting or even prohibiting the use of cash is to force the public to make payments through the financial system. This enables governments to expand their ability to spy on and keep track of their citizens’ most private financial dealings, in order to milk their citizens of every last dollar of tax payments that they claim are due." Mehr hier

Organized crime (Quelle: acting-man.com)

Im September stellt dann der österreichische STANDARD fest: "Bargeld hat ein Ablaufdatum". Der Autor, Eric Frey, schreibt in seiner Einleitung: "Die EU plant keine Abschaffung von Banknoten, aber Experten denken laut darüber nach – mit gutem Grund". Mehr hier. Schon da ist nachzulesen, mit welchen Argumenten diese Abschaffung begründet wird: "Kampf gegen Steuerhinterziehung und Verbrechen", sowie die Kosten des Bargelds: "Geschäfte kostet das Handling von Geldscheinen und Münzen – Zählen, Aufbewahren, Sichern, zur Bank bringen – viel mehr als die Gebühren, die sie auf Bankomat- und Kreditkarten zahlen müssen. Eine Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr würde die Wirtschaft effizienter und produktiver machen." Beides Argumente, hinter denen sich die Menschen bedenkenlos versammeln können und längst tun. So viel steht bereits heute fest - ein genialer Schachzug der Leitmedien, die diese Politik, worauf wir immer wieder hinweisen, mehrheitlich und tatkräftig unterstützen. Zu diesem Artikel liefert der STANDARD gleich noch ein "anschauliches" Foto mit:

Quelle: derstandard.at
   
Während die Medien damit beginnen das Ende des Bargeldes öffentlich vorzubereiten, melden sich erste KritikerInnen zu Wort. Der Blog WIRTSCHAFTLICHE FREIHEIT titelt im Oktober vielsagend "Bargeldlos: Fortschrittsrhetorik als Begründung einer unverantwortlichen Geldpolitik". Im Vorspann dazu heißt es: "'Im Geldwesen … eines Volkes spiegelt sich alles, was dieses Volk will, tut, erleidet, ist; und zugleich geht vom Geldwesen … eines Volkes ein wesentlicher Einfluss auf sein Wirken und auf sein Schicksal überhaupt aus.' An diese Feststellung des österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter (1883-1950) mag sich erinnern, wer sich heute mit unserem Geldwesen beschäftigt und besorgt die nachhaltigen Regelverletzungen in der Euro-Union sowie die durch die Liquiditätsflut von Notenbanken ausgelöste Finanzrepression zur Kenntnis nimmt. Bemerkenswert ist, dass die Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes gerade in diesem Umfeld aufgeflammt ist und anhält."  Die Österreicherin Theresia Theurl, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, setzt sich in diesem Beitrag sehr kritisch mit den Plänen einer bargeldlosen Gesellschaft auseinander. Ihr Fazit: "Die anhaltende Diskussion um die Beseitigung des Bargeldes vermittelt nicht zuletzt den Eindruck, dass unangenehme Restriktionen beseitigt werden sollen, denen sich Notenbanken und die Wirtschaftspolitik bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gegenübersehen. Dies ist bei den Einen die Verpflichtung gutes Geld zu schaffen und bei den Anderen der Auftrag, institutionelle und fiskalische Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine gute realwirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Ob dies durch die angedachte Reform des Geldwesens unterstützt wird, mag bezweifelt werden. Selbst wenn es heute noch keinen 'war on cash' gibt, sollte beachtet werden, dass es diverse Interessen und Interessengruppen gibt, die ihn wohl nicht verhindern würden." Mehr hier. Lesenswert. 

Etwa zur gleichen Zeit positionieren sich die ersten Notenbanken zu einem "Glaubenskrieg". Die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN melden im September: "Bank of England: Abschaffung von Bargeld zwingend erforderlich". Der Vorspann: "Die Bank of England sieht nur ein Mittel, um sich gegen die nächste Rezession zu wappnen: Mit Negativ-Zinsen sollen die Sparer zum Geldausgeben gebracht werden. Dazu sei es zwingend erforderlich, das Bargeld abzuschaffen." Mehr hier. Wie man sieht, zieren sich die Briten nicht lange, sondern kommen gleich auf den Punkt. Niedlich, wie die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN versuchen der Sache in dem Beitrag "Degenhart: Bargeld-Verbot verstößt gegen die Verfassung" mit verfassungsrechtlichen Bedenken beizukommen. Das wird die "Reichen und Mächtigen" tief beeindrucken: "Der Verfassungsrechtler Christoph Degenhart hält ein Bargeldverbot, wie es derzeit immer wieder in die Diskussion geworfen wird, nicht nur für wenig realistisch, sondern auch für verfassungswidrig. Allerdings sieht er in der Tatsache, dass dies überhaupt gefordert wird, wie auch im Bestreben, jedenfalls den Gebrauch von Bargeld einzuschränken. eine bedenkliche Entwicklung hin zur Totalüberwachung des Bürgers und zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten." Mehr hier. Träumen Sie ruhig weiter, Herr Degenhart! Sehr viel realisitischer sind die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN da schon mit einem anderen Beitrag: "Ende des Bargelds: Umerziehung des deutschen Sparers zum Konsum-Trottel". Dort heißt es in der Einleitung: "Der Münchener Ökonom Gerald Mann geht davon aus, dass eine schrittweise Abschaffung des Bargelds beschlossene Sache ist. Er glaubt, dass die Schulden-Staaten in dieser Maßnahme die Möglichkeit sehen, die Sparer zum Konsum zu zwingen. Die Bargeld-Abschaffung liegt im Trend der Überwachung und Bespitzelung. Die Möglichkeiten, sich zu schützen, sind ziemlich begrenzt." Mehr hier. Der Mann ist auf der Höhe der Zeit. 

Im Gegensatz zur britischen Notenbank halten die deutschen Währungshüter im Oktober 2015 noch eine entgegengesetzte Position: "Bundesbank lehnt Abschaffung von Bargeld strikt ab" melden, da noch sichtlich beeindruckt, die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN: "Die Bundesbank lehnt die Abschaffung von Bargeld ebenso ab wie Beschränkungen der Verwendung von Bargeld. Die Bundesbank will offenbar die Sorge zerstreuen, dass der Trend aus anderen Ländern Europas auch auf Deutschland übergreifen könnte." Mehr hier. Verbissen verteidigt die Bundesbank bis heute in der Öffentlichkeit diese Position. Es ist nur Show. Wir kommen später darauf zurück. 

Einen Monat später, im November, wird es spooky. PROJECT SYNDICATE gibt der Diskussion eine neue Wendung. Zwei "Experten" versuchen sich an der Antwort auf die Frage "Ist es Zeit für eine Weltwährung?". Aus der Einleitung: "Die Welt ist heute wirtschaftlich und finanziell stärker integriert als zu irgendeinem Zeitpunkt seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die politische Entscheidungsfindung jedoch – insbesondere bei den Zentralbanken – bleibt in anachronistischer Weise national und engstirnig. Wäre es nicht Zeit, das globale Währungssystem (oder Nichtsystem) zu überdenken? Insbesondere: Wäre die Einführung einer einzigen globalen Zentralbank und einer Weltwährung nicht sinnvoller als unser verwirrendes, ineffizientes und überholtes Sammelsurium nationaler Geldpolitiken und Währungen?" Die beiden Autoren geben sich am Ende in ihrer Antwort offen, halten aber eine Weltwährung für den "Idealfall": "Man sollte, was das heutige internationale Währungssystem angeht, den Idealfall – eine unerreichbare einzige Zentralbank und Währung – nicht zulasten praktikabler Alternativen verfolgen. Wenn wir uns im Rahmen unserer bestehenden Mittel bemühen, ist es sicher möglich, unsere politischen Instrumente zu verbessern und das Wachstum und den Wohlstand in der Welt zu steigern." Mehr hier; den englischen Originaltext hier (kostenlose Registrierung erforderlich). Die Beschreibung möglicher Alternativen bleiben die Autoren aber schuldig. 

An dieser Stelle möchten wir an eine Titelstory des ECONOMIST aus dem Jahre 1988 erinnern: 

Quelle: socioecohistory

In dem Artikel geht es darum, bis 2018 eine Weltwährung zu installieren. Wer möchte, kann sich in die Pläne hier einlesen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Wir überlassen es unseren LeserInnen, über den Stand dieser Bestrebungen selbst zu spekulieren. 

Ende 2015 wird die Diskussion über eine Welt ohne Bargeld auch in den USA noch intensiver geführt. Dafür einige Beispiele:

"The World's First Cashless Society Is Here - A Totalitarian's Dream Come True" meldet ZERO HEDGE am 18.11.2015: "Central planners around the world are waging a War on Cash." Die Macher des Beitrages sind davon überzeugt: "The Federal Reserve is at the center of the War on Cash." Zu den Gründen haben sie ebenfalls eine klare Meinung: "The War on Cash is a favorite pet project of the economic central planners. They want to eliminate hand-to-hand currency so that governments can document, control, and tax everything." Mehr hier

THE ECONOMIC COLLAPSE BLOG titelt Ende Dezember: "The Cashless Society Cometh: European Nations Such As Sweden And Denmark Are 'Eradicating Cash'". Der Autor, Michael Snyder, schreibt in seiner Einleitung: "Did you know that 95 percent of all retail sales in Sweden are cashless?  And did you know that the government of Denmark has a stated goal of “eradicating cash” by the year 2030?  All over the world, we are seeing a relentless march toward a cashless society, and nowhere is this more true than in northern Europe.  In Sweden, hundreds of bank branches no longer accept or dispense cash, and thousands of ATM machines have been permanently removed.  At this point, bills and coins only account for just 2 percent of the Swedish economy, and many stores no longer take cash at all.  The notion of a truly “cashless society” was once considered to be science fiction, but now we are being told that it is “inevitable”, and authorities insist that it will enable them to thwart criminals, terrorists, drug runners, money launderers and tax evaders.  But what will we give up in the process?" Mehr hier. Der Beitrag bekommt sehr viel Aufmerksamkeit und macht weltweit die Runde durch die englischsprachigen Blogs - bis nach Neuseeland. 

Nur wenige Wochen später, am 24.01.2016, liefert THE GREAT RECESSION BLOG in den USA unter dem Titel "Cashless Society War Intensifies During Global Epocalypse" eine sehr ausführliche Analyse. Aus der Einleitung: "In the fall of 2015, the world descended into an economic apocalypse that will transform the globe into a single cashless society. This bold prediction is based on trends in nations all over the earth as shown in the article below. As we enter 2016, we are only beginning to see this Epocalypse form through the fog of war. The war I’m talking about is the world war waged furiously by central banks against the Great Recession as the governments they supposedly serve fiddled while their capital burned." Der Beitrag beschäftigt sich mit den Bestrebungen von Regierungen und Banken auf der ganzen Welt, die seit 2015 gründlich daran arbeiten, eine bargeldlose Gesellschaft aufzubauen. Der Autor geht davon aus, dass diese Bemühungen 2016/17 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen werden. Es sei absehbar, dass der Widerstand in der Bevölkerung nachlässt. Gleichzeitig wird der Eindruck vermittelt, das Bargeld sei Schuld am finanziellen Disaster in der Welt. Nicht die maroden Banken mit ihrem kaputten System, in das die Regierungen der ganzen Welt Unsummen gesteckt haben und immer noch stecken. Nein, das arme Bargeld trägt die Schuld! Es geht um die Rolle der wichtigsten Medien oder die Kriminalisierung der Bargeldanhänger, um den Kampf gegen Bitcoin und den angeblichen Krieg gegen den Terror. Der Autor beschreibt sachlich, stellenweise aber auch polemisch, den Wahnsinn, mit dem die Welt gezielt in den Ruin getrieben wird. Mehr davon lesen Sie hier. Diese Analyse bietet zahlreiche Informationen und reichlich Gedankenfutter. Wir haben auch eine passende Karikatur dazu:

      
  
Einen Tag danach erklärt Daniel Stelter für das MANAGER MAGAZIN seine Sicht auf die bargeldlose Welt: "Die wahren Folgen der Bargeld-Abschaffung: Es wird Ernst mit der Enteignung". Der Autor nennt den aktuellen Anlass: "Aus Davos kommt erneut die Forderung der Eliten, doch endlich das Bargeld abzuschaffen". Mehr hier. Wir sind selten mit Stelter einig. In diesem Fall machen wir aber eine Ausnahme: Der Beitrag bietet reichlich Nachdenkenswertes. Erstaunt sind wir jedoch über seine Alternativen: "Wirklich los werden wir die faulen Schulden nur auf radikale Wege: Entweder durch eine Monetarisierung über die Bilanzen der Notenbanken, was erhebliche Inflation zur Folge haben könnte - keiner weiß es - oder über offene Schuldenschnitte, die dann jene am stärksten treffen, die auch die meisten Forderungen haben." Kein Wort mehr über die während seiner Zeit bei der BOSTON CONSULTING GROUP (BCG) 2011 mitinitiierten Pläne einer großflächigen Vermögensabgabe, nachzulesen in "Back to Mesopotamia? The Looming Threat of Debt Restructuring", hier. Eine deutsche Zusammenfassung der Vorschläge von BCG gibt es hier. Es ist ein Blick in die Zeit nach dem Bargeldverbot. 

In diese Zeit fallen zwei Beiträge zu ein und demselben Thema. ZERO HEDGE titelt "Norway's Biggest Bank Demands Cash Ban". Die Einleitung: "The war on cash is escalating faster than many had imagined. Having documented the growing calls from the elites and propagandist explanations of the 'benefits' to their serfs over the last few years, with China, and The IMF entering the "cashless society" call most recently, International Business Times reports that Norway - suffering from its own economic collapse as oil revenues crash - has joined its Scandi peers Denmark and Sweden in a call to 'ban cash'." Mehr hier
Michael Snyder bringt es so auf den Punkt: "The Beast System Arises: The Largest Bank In Norway Calls For The Elimination Of Cash". Seine Einleitung: "The biggest bank in Norway is calling for the complete and total elimination of cash. Many local bank branches in Norway already don’t deal in cash, but that is not good enough for DNB. They want a blanket ban on the use of cash, and they are selling this as a way to crack down on criminals and money launderers. But in the end, the truth is that they want to be able to force everyone in society to use the banks and it would enable them to collect fees on almost every transaction. It is an agenda that is being driven by greed, but it could also open the door for great tyranny. Unfortunately, we are not just seeing aggressive movement toward a cashless society in Norway. It is also happening in Sweden, in Denmark and in many other nations all around the globe. The Beast system is rising, and yet very few people out there even seem alarmed by this." Am Schluss fasst Snyder zusammen: "The war on cash is a direct assault on the fundamental liberties and freedoms that we enjoy today. They may promise us that a cashless society will make our lives better right now, but tomorrow I am afraid that it could open the door to tyranny on a level that most of us would have never even imagined." Mehr hier

"It’s Official: Cash is Now Public Enemy Number One" bringt am 09.02.2016 treffend WOLFSTREET die neue Entwicklung auf den Punkt: "Terrorists are no longer public enemy number one. Nor are drug lords, people traffickers, arms dealers, cyber terrorists, or any other unsavory do-badder. Today, the biggest threat to global peace and security is physical cash, a means of exchange that has flourished for over 4,000 years but which now stands accused of being the world’s biggest enabler of criminality." Mehr hier. 

Im Februar betritt Berlin die Bühne und aus dem Schurkenstück wird für die nächsten Wochen eine Schmonzette. Man soll glauben, die Bundesregierung führt mit ihrem Vorschlag nichts Böses im Schild: "Bar zahlen künftig nur noch bis 5000 Euro" titelt die FAZ, Deutschlands Edelfeder unter den Leitmedien. Gleich drei Autoren nehmen sich der Sache an und schreiben im Vorspann: "Die Bundesregierung dringt auf ein gemeinsames Limit für Bargeldzahlungen in Europa. Andernfalls erwägt Berlin eine Bargeldgrenze in Deutschland. Ist das der Anfang vom Ende des Bargelds?". Mehr hier. Die Frage wird nicht beantwortet. Trotzdem ein lesenswerter Beitrag, der auch zwischen den Zeilen viel Informatives enthält. Ebenfalls sehr aufschlussreich ist der Beitrag "Bundesregierung plant Obergrenze - für Barzahlungen", erschienen am 04.02.2016 bei HEISE/TELEPOLIS. Einleitend dazu: "Die Bundesregierung plant, dass Barzahlungen künftig nur noch bis zu einer Grenze von 5.000 Euro legal sein sollen. Finanzstaatssekretär Michael Meister von der CDU begründet das mit der Finanzierung von Terrorismus, die man damit seiner Ansicht nach erschwert. Vorher will die Bundesregierung aber auf ein internationales oder EU-weites Verbot hinwirken. Sollte es dazu jedoch nicht bald kommen, wird Deutschland Meister zufolge 'vorangehen'." Mehr hier. Unsere österreichischen Nachbarn vom WIRTSCHAFTSBLATT kommentieren den Vorschlag schneidig als einen "Eingriff in bürgerliche Freiheiten": "Die Diskussion um die Bargeldobergrenze in Deutschland kann als ein weiterer Angriff auf bürgerliche Freiheiten verstanden werden." Mehr hier. Und sie legen wahrhaft kenntnisreich nach: "So werden die Bargeld-Fans sukzessive mürbegemacht" schlagzeilen die Österreich einen Tag später: "Die Proteste gegen die Eindämmung von Bargeldzahlungen sind heftig. Dennoch wird sich die andere Seite durchsetzen, denn die Weichen dafür sind längst gestellt." Mehr hier. Wenige Tage später wird DIE PRESSE konkret: "Bargeld-Obergrenze könnte im Mai kommen". Gemeint ist eine EU-weite Entscheidung: "Die Finanzminister der EU-Staaten haben die EU-Kommission am Freitag damit beauftragt, bis Anfang Mai nötige Schritte für eine Beschränkung von Bargeldzahlungen 'durch gewisse Obergrenzen' zu evaluieren und einen Bericht vorzulegen. Fix ist laut Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) noch nichts. Es sei offen, ob dieser Punkt im Paket zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung tatsächlich umgesetzt werde." In der Alpenrepublik befürchtet man das Schlimmste und führt "derweil eine Debatte, ob das 'Recht auf Bargeld' in der Verfassung festgeschrieben werden soll". Mehr hier

Die Sorge um das Bargeld wächst. In Österreichs DIE PRESSE beschäftigt sich der Ökonom Tobias Trütsch, von der Universität St. Gallen in der Schweiz, mit der Frage "Wird das Bargeld bestehen bleiben?". Der Artikel "relativiert einige Argumente gegen ein Bargeldlimit und zeigt, warum Bargeld so beliebt ist". Mehr hier. Klar Stellung bezieht er in seinem Beitrag nicht. Deutlich wird dagegen Harald Schumann in seinem Kommentar für den TAGESSPIEGEL: "Bürger wären dem Bankensystem ausgeliefert". Und er bietet auch gleich eine Lösung an: "Die Abschaffung des Bargelds hätte für Bürger unkalkulierbare Risiken. Bürgerkonten bei der Zentralbank könnten die Freiheit sichern." Mehr hier. Schumann schreibt viel Gescheites, mit seinem Vorschlag liegt er aber völlig daneben: Die Enteignung der Bürger ist auf diese Weise nur noch ein Kinderspiel. Bei der jeweiligen Zentralbank ist das Geld vor dem staatlichen Zugriff keinesfalls sicher! Die Einziehung einer Vermögensabgabe, beispielsweise entsprechend den Vorschlägen der BOSTON CONSULTING GROUP (BCG), hier, wäre eine Kleinigkeit. 

Bei HEISE/TELEPOLIS befürchtet Ernst Wolff, Autor von "Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs" (hier), ebenfalls das Schlimmste: "Bargeld-Abschaffung - Das Ende unseres Finanzsystems rückt näher". Seine Einleitung: "Zeiten schwerer Krisen zeichnen sich dadurch aus, dass Politik und Wirtschaft aus reinem Selbsterhaltungstrieb zu Maßnahmen gezwungen werden, die das System kurzfristig stabilisieren, es aber langfristig noch stärker untergraben. Genau diese Entwicklung zeichnet sich zurzeit bei den Themen Bargeld-Eindämmung und Bargeld-Abschaffung ab. Zahllose Journalisten versuchen seit Monaten, der Öffentlichkeit einzubläuen, wie altmodisch, umständlich oder gar lästig der Einsatz von Münzen und Banknoten und wie zeitgemäß und effizient dagegen der Einsatz von Kredit- oder Chipkarten ist (womit sie leider bei vielen jungen Menschen auf offene Ohren treffen). Gleichzeitig überschlagen sich Politiker darin, vor den Gefahren des Bargeldes zu warnen: Es fördere die Geldwäsche, begünstige die Steuerhinterziehung, leiste der Korruption Vorschub und erleichtere Terroristen die Geldbeschaffung." Mehr hier. Der Beitrag deckt die Hintergründe auf und beleuchtet die zukünftige Beziehung von Geld und Gold. Unbedingt lesen. Wolff denkt jedoch nicht bis zum bitteren Ende, einem zwingend notwendigen Goldverbot. Dieses Verbot wird so frühzeitig kommen, dass die andauernde "Manipulation und Täuschung der Öffentlichkeit" rund um das Edelmetall Gold nie aufgedeckt wird

Die deutsche Wochenzeitung DER FREITAG liefert in dem Beitrag "Den Banken fehlen Scheine" ebenfalls Hintergründiges zu dem Berliner Vorstoß. Der Vorspann dazu: "Die Bundesregierung plant eine Grenze für Bargeldzahlungen – angeblich als Anti-Terror-Maßnahme. Doch tatsächlich geht es um etwas ganz anderes". Es ist sehr nützlich, über das Folgende nachzudenken: "Das Problem für die Banken ist durch die Bail-in-Gesetzgebung noch akuter geworden: Danach müssen erst die Gläubiger enteignet werden, bevor Banken mit Staatsgeld gerettet werden können. Auch Einleger sind Gläubiger. Sie haben nun allen Grund, ihre Guthaben schon beim ersten Anzeichen von Problemen abzuziehen und in Bargeld zu wechseln. Das soll verhindert werden. Informell geschieht das schon. Haben Sie schon mal versucht, ohne mehrtägige Voranmeldung 15.000 Euro abzuheben? Ich ja. Lassen Sie es lieber. Man muss froh sein, wenn man nicht verhaftet wird." Mehr hier

Der US-Ökonom Paul Craig Roberts, ein erbitterter Gegner aller Bankenrettungspläne, stellt im März lapidar fest: "The Financial System Is A Larger Threat Than Terrorism". Aus der Einleitung: "In the 21st century Americans have been distracted by the hyper-expensive 'war on terror'. Trillions of dollars have been added to the taxpayers’ burden and many billions of dollars in profits to the military/security complex in order to combat insignificant foreign 'threats', such as the Taliban, that remain undefeated after 15 years. All this time the financial system, working hand-in-hand with policymakers, has done more damage to Americans than terrorists could possibly inflict." Mehr hier. Bis zum Ende ein starker Vortrag

Während in Europa der 500-Euro-Schein seinem Ende entgegensieht, werden hinter dem Großen Teich die Vorbereitungen für eine Welt ohne Bargeld weiter vorangetrieben. Michael Snyder von THE ECONOMIC COLLAPSE BLOG macht es öffentlich: "A New Digital Cash System Was Just Unveiled At A Secret Meeting For Bankers In New York". Ein Auszug: "Last month, a 'secret meeting' that involved more than 100 executives from some of the biggest financial institutions in the United States was held in New York City.  During this 'secret meeting', a company known as 'Chain' unveiled a technology that transforms U.S. dollars into 'pure digital assets'.  Reportedly, there were representatives from Nasdaq, Citigroup, Visa, Fidelity, Fiserv and Pfizer in the room, and Chain also claims to be partnering with Capital One, State Street, and First Data.  This 'revolutionary' technology is intended to completely change the way that we use money, and it would represent a major step toward a cashless society.  But if this new digital cash system is going to be so good for society, why was it unveiled during a secret meeting for Wall Street bankers?  Is there something more going on here than we are being told?" Mehr hier. Ein Beitrag, randvoll mit wertvollen Informationen und weiterführenden Links, den wir unseren LeserInnen dringend "ans Herz legen".

Es ist vollbracht, die EZB hat den längst erwarteten Beschluss gefasst. Die NEUE ZÜRICHER ZEITUNG (NZZ) meldet dazu: "Der Anfang vom Ende des Bargelds? Die EZB schafft den 500-Euro-Schein ab". Im Vorspann heißt es: "Europas Währungshüter haben entschieden: Die grösste Euro-Banknote wird abgeschafft. Damit soll Kriminellen das Handwerk erschwert werden. Ob das klappt, ist umstritten." Mehr hier. Lesenswert machen diesen Artikel die kritischen Äußerungen aus den Reihen der Bundesbank zu den Gründen der Abschaffung und der Zukunft des Bargelds. 

Ausführlich auch das HANDELSBLATT in dem Beitrag "Tschüss, 500 Euro-Schein!" (hier), die WIRTSCHAFTSWOCHE in "Das Ende des Fünfhunderters kommt zur falschen Zeit" (hier) oder der SPIEGEL in dem Artikel "Aus für 500-Euro-Schein - Kommt jetzt das Ende des Bargelds?" (hier). Selbst Doro Siems, die "Maggie Thatcher des deutschen Journalismus" (hier), meldet sich gleich zu Wort und erklärt den geneigten LeserInnen der WELT "Worum es bei der Abschaffung wirklich geht". Ihre Einleitung: "Die Geldwelt der Deutschen steht Kopf. Die Zinsen purzeln ins Negative, die EZB schafft den 500-Euro-Schein ab. Das trifft Bürger genauso wie Banken – und ist nur scheinbar ein Kampf gegen Geldwäsche." Mehr hier. Siems bedient die bekannten Ängste und schmeißt Blendgranaten. Wenn es so weit ist und die Abschaffung des Bargeldes kommt, wird Doro an vorderster Front kämpfen - dafür, nicht dagegen. Wetten? 

Hintergründig der Beitrag "Erster Schritt zur Abschaffung des Bargelds?" von Ralf Streck bei HEISE/TELEPOLIS aus demselben Anlass. Er schreibt in seiner Einleitung: "Seit langem gibt es die Debatte über die Abschaffung des Bargelds, denn damit soll die Kontrolle über das Geld ausgeweitet und eine Enteignung erleichtert werden (Bargeldverbot würde zu mehr Kontrolle und Enteignung führen). Und längst wurden in EU-Ländern Schritte gegangen, um die Bedeutung von Bargeld schleichend immer weiter einzuschränken. In vielen Ländern dürfen viele Geschäfte nicht mehr in Bargeld abgewickelt werden. In Portugal und Italien gilt eine Obergrenze von 1.000 Euro, in Frankreich und Griechenland liegt sie bei 1.500 Euro. In Spanien sind Barzahlungen nur bis 2.500 Euro erlaubt, in Belgien bis 3.000 Euro… Und nun geht die Europäische Zentralbank (EZB) den nächsten Schritt." Mehr hier. Verwunderlich nur, dass Streck wohl glaubt, die Kriminellen wickeln ihre großen Geschäfte heute tatsächlich noch bar ab: "Wollte die EZB wirklich gegen Schwarzgeld und Geldwäsche vorgehen, hätte man eine Variante ohne Stichtag gewählt und die Scheine sofort aus dem Verkehr gezogen. Wer nachweisen kann, das Geld legal erworben zu haben, hätte die Scheine natürlich auf jeder Bank gegen kleinere eintauschen dürfen. Doch wer das nicht kann - wie zum Beispiel Drogen-, Waffen- und Menschenhändler -, der hätte dann tatsächlich ein Problem und säße auf einem Stapel Papier."

Niemand soll sich wegen dieser Maßnahme Sorgen machen. Deshalb wird weiter beruhigt und beschwichtigt. Der Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, zuständig für das Bargeld, erklärt gegenüber dem HANDELSBLATT, es sei "Kein Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes". Der Vorspann: "Nur wenige der 340 Millionen Menschen im Eurogebiet dürften ihn je im Portemonnaie getragen haben. Dennoch gilt das Aus des 500-Euro-Scheins als 'Aufreger'. Die Bundesbank zweifelt am Sinn der Abschaffung." Mehr hier. Wer kann diesem Mann nicht vertrauen, der so betont das Bargeld hochhält: 

Carl-Ludwig Thiele (Quelle: faz.net)

Unterstützt wird er von dem Luxemburger Yves Mersch, aus dem Direktorium der EZB, der einen Gastbeitrag für den SPIEGEL kurz und bündig mit "Bares bleibt Wahres" betitelt. In seiner Einleitung heißt es: "Der 500-Euroschein wird nicht weiter produziert. Sollte man jetzt Bargeld gleich ganz abschaffen? Drei Interessengruppen sind dafür. Doch ihre Argumente überzeugen nicht." Mehr hier. Gerne verarbeitet die F.A.Z. diesen Beitrag: "EZB: Das Aus für den 500er ist kein Abschied vom Bargeld". Und bringt es so auf den Punkt: "Ist die Abschaffung des 500-Euro-Scheins der Anfang vom Abschied des Bargelds? Die EZB winkt ab: Auch die Zentralbank wisse, dass Bargeld für viele Bürger 'gedruckte Privatsphäre' darstelle." Mehr hier. Wenig überraschend, dass die F.A.Z. Merschs Äußerungen als Verlautbarung der EZB ausgibt. So funktioniert Leitmedien-Journalismus heute.

(Ver-)Störend ist in diesen Tagen aber die Meldung der DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN im Zusammenhang mit der Niedrigzinspolitk der EZB: "Bundesbank kapituliert als Anwalt der Sparer". Der Vorspann: "Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat seinen Kurs geändert und unterstützt Mario Draghi jetzt offenbar entschieden. Es ist denkbar, dass der weiche Kurs Taktik ist, um sich als Draghi-Nachfolger zu positionieren. Im Ergebnis verlieren die deutschen Sparer mit dem Schwenk die Bundesbank als ihren Anwalt." Mehr hier

Bei dem Thema Bargeld bleibt die Bundesbank aber noch standfest: "Bundesbank: Bargeld ist das einzig sichere Geld für die Bürger" titeln vor wenigen Tagen ebenfalls die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. Weiter heißt es: "Zentralbereichsleiters Stefan Hardt von der Deutschen Bundesbank zeigt in seiner Stellungnahme für den Landtag in NRW, dass es keinen sachlichen Grund für eine Obergrenze für Bargeld gibt. Eine solche soll in den kommenden Wochen auf EU-Ebene beschlossen werden." Mehr hier. Nutzt aber gleichzeitig die Gunst der Stunde, um sich bei dieser Gelegenheit schon mal eine Hintertür für den Rückzug weit aufzustoßen: "Bundesbank spricht offiziell vom 'Krieg gegen das Bargeld'" lautet noch am gleichen Tag eine andere Schlagzeile der DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. Dafür verantwortlich macht die Bundesbank "internationale Finanzkreise". Mehr hier. Eine wunderbare Umschreibung für ein System, in dem die Deutsche Bundesbank selbst fest verankert ist. 

Fest an der Seite der Bundesbank: die AfD. Die fordert in ihrem kürzlich beschlossenen Grundsatzprogramm "Bargeldnutzung muss uneingeschränkt erhalten bleiben" (hier, Seite 59). Die Verfasser dieses Programms haben sich nicht lumpen lassen: "Bargeldnutzung ist ein bürgerliches Freiheitsrecht. Wir treten dafür ein, das Bargeld uneingeschränkt als gesetzliches Zahlungsmittel zu erhalten – auch entgegen anders gerichteter Bestrebungen der Bundesregierung, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und einiger EU‐Mitgliedsstaaten. Ein bargeldloser Staat unterstellt allen Bürgern unterschiedslos und pauschal mafiöse Schwarzgeldgeschäfte, kriminelle Rotlicht‐ oder gar Terrorabsichten. Mit einem liberalen, freiheitlichen Rechtsstaat sind solche Kontrollmöglichkeiten nicht vereinbar." Blumig und betont massentauglich wird das praktisch Unmögliche formuliert. Wir fühlen uns erinnert an den Schießbefehl der Beatrix von Storch an den deutschen Grenzen zur Abwehr der Flüchtlinge (hier). Einzig zu dem Zweck den übrigen Pateien Wählerstimmen abzuluchsen. Das wird deutlich wenn man an anderer Stelle liest, wie die Finanzkrise bewältigt werden soll. Nachzulesen im Programm auf den Seiten 10 bis 15. Alles nur platte Worthülsen, ohne jeden Verstand und in der Sache teilweise sogar schlicht falsch, siehe beispielsweise auf Seite 12, wo bei uns der Eindruck entsteht, als habe man bei dem Tatsachenverfälscher Hans-Werner Sinn, Deutschlands Top-Ökonom, abgeschrieben. Für uns steht fest: Bei den inhaltlichen Aussagen unterscheidet sich die AfD mit ihrem Programm keinen Deut von den Machwerken der anderen Konkurrenten: Abgedroschener Politikersprech von der ersten bis zur letzten Seite. Und deshalb auch keine ECHTE "Alternative für Deutschland". Sobald die AfD politische Verantwortung übernehmen muss wird sie ihre Wähler genauso enttäuschen, wie es alle anderen Parteien tun

An dieser Stelle eine kurze Einfügung: Unsere "alteingesessenen" LeserInnen kennen unsere despektierliche Haltung gegenüber dem seit Jahren von den heimischen Medien wahlweise zu Deutschlands "Top-, Star- oder Vorzeige-Ökonomen" erklärten Hans-Werner Sinn. Dafür gibt es viele gute Gründe. Allen Neuankömmlingen empfehlen wir mittels Suchfunktion einen Blick in früheren Veröffentlichungen dieses Blogs, in denen wir uns an seinen kruden Ansichten abgearbeitet haben. Auf die Schnelle schlagen wir unsere Auseinandersetzung mit Sinn's "Bogenberger Erklärung - 16 Wege aus der Krise" aus dem Dezember 2011, veröffentlich von der F.A.Z., zu finden über unseren Standpunkt 300, vom 10. Juli 2012, hier. Auf mehr als 40 Seiten haben wir uns mit seinen Vorschlägen ausführlich beschäftigt (hier). 

Bitte unsere Einlassung gegen diesen Punkt des AfD-Programms nicht falsch verstehen: Natürlich ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, weiter uneingeschränkt am Bargeld als Zahlungsmittel festzuhalten. Nur haben die "Reichen und Mächtigen" bereits vor langer Zeit sein Ende beschlossen und ihre Handlanger in der Politik und den Medien setzen diesen Plan konsequent um. Andererseits ist es höchst scheinheilig, wenn Kritiker dazu aufrufen, sich gegen diese Entwicklung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu wehren. Die wissen längst haargenau "wie der Hase läuft". Weil das so ist sind diese Leute in unseren Augen ein wichtiger Teil der Kampagne gegen das Bargeld - und nicht dafür. Gleich dazu mehr.  


Unser Fazit 
Wer nicht krampfhaft die Augen vor der Realität verschließt muss akzeptieren, dass die Abschaffung des Bargeldes nur eine Frage der Zeit ist. Natürlich lässt sich dabei ein Zusammenhang herstellen zu dem Wunsch der "Reichen und Mächtigen" nach einer Weltwährung, die, wir haben darauf hingewiesen, nach einem Plan aus den 1990er Jahren bis 2018 Wirklichkeit werden soll. Ob dieser Termin zu halten ist kann selbst heute, zwei Jahre davor, nicht wirklich sicher beurteilt werden. Die Schäden am weltweiten Finanzsystem sind irreparabel. Der geordnete Kollaps dieses Casino-Systems, an dem bereits seit 2009 gearbeitet wird, dauert noch einige Zeit. Gleichzeitig erfordert dieser geordnete Zusammenbruch jedoch zwingend die Abschaffung des Bargeldes. Eine Weltwährung wird es erst im Anschluss daran geben. Unstrittig ist aber auf jeden Fall, dass im Verborgenen mit Hochdruck daran gearbeitet wird

Nie und nimmer geht es dabei um die Bekämpfung von Terrorismus, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit, oder was sonst noch als Begründung durch die Medien geistert. Das ist zwar öffentlichkeitswirksam und massentauglich, aber kompletter Nonsens. Für diese Ziele gäbe es andere, sehr viel besser geeignete Mittel, würde man diesen Kampf überhaupt ernsthaft in Erwägung ziehen. Die Entdeckung der Panama Papers beispielsweise ist eine Finte und Augenwischerei, in Wahrheit ein Angriff auf die Intelligenz, den wir in einem unserer nächsten Standpunkte unseren LeserInnen vorstellen werden.  

Nur der Ordnung halber: Das Ende des Bargelds wäre vermeidbar. Unter einer einzigen Voraussetzung: Die in den Monaten nach der Pleite von Lehman Brothers vollmundig versprochene Reform des Finanzsystems endlich durchzuführen. Tatsächlich war das nie beabsichtigt. Der Dodd-Frank Act oder die Volcker Rule, benannt nach ihrem Verfasser, dem früheren Chef der US-Notenbank Paul Volcker, sind höchstens das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen. Sie dienen lediglich als Beleg für den vermeintlichen politischen Willen zu Veränderungen. Ernsthafte Absichten, die Finanzkrise zu lösen, hat es nie gegeben. Statt dessen haben sich Regierungen und Notenbanken darauf verständigt, mit Unsummen die Finanzindustrie und ihr System so lange wie möglich am Leben zu halten. Die Auswirkungen auf die Staatsverschuldung möchten wir am Beispiel Spaniens verdeutlichen, wo sich diese Schulden von 2008 bis 2015 durch diese verfehlte Krisenpolitik nahezu verdreifacht haben, wie der folgende Chart aktuell zeigt:


Spanien galt vor der Krise als europäisches Musterland. 
 
In diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich ist die Aussage des damaligen BaFin-Chef Jochen Sanio bei seiner Verabscheidung aus dem Amt: "'Meine Schlussbilanz fällt mehr als ernüchternd aus', sagte Sanio am Dienstag in Frankfurt bei einem Festakt zur Amtsübergabe an seine Nachfolgerin Elke König. In seinen 37 Jahren als Aufseher habe sich die Branche zu einem hoch komplexen Gebilde entwickelt, das sich nicht mehr beherrschen habe lassen. Nach der Finanzkrise 2008 sei eine Chance verpasst worden. 'Bis heute hat der Rückbau des weltweiten Finanzsystems nicht stattgefunden', mahnte der 64-Jährige. Die Strukturen seien nicht angetastet worden." Aus dem Beitrag "Rückbau des Finanzsystems hat nicht stattgefunden" des österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT, vom 24. Januar 2012, hier. Von uns am gleichen Tag im Standpunkt 156 kommentiert (hier).

Die Welt ist pleite. Die Finanzindustrie - allen voran die Banken und Hedgefonds - sind gigantische Wetten eingegangen und haben sich verzockt. Beispiel: "Desaster Derivatehandel", Standpunkt 291, hier. Oder das: "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken" meldete am 17.02.2009 DIE PRESSE in Österreich. Ein Auszug: "Die europäischen Banken sitzen derzeit auf 16,3 Billionen Pfund (18,2 Billionen Euro) giftiger Wertpapiere. Demnach seien derzeit rund 44 Prozent aller Vermögenswerte der europäischen Banken 'faul' oder unverkäuflich und könnten für das EU-weite Bankensystem ein 'systemisches' Risiko bedeuteten. Das geht aus einem Papier der EU-Kommission hervor, auf das sich die britische Tageszeitung 'Daily Telegraph' beruft." Mehr hier. Die Risiken aus dem Derivatehandel sind da nicht mitgerechnet. In beiden Beispielen ist es nur noch schlimmer geworden. Vermögen gibt es nur noch auf dem Papier. Sie sind längst zigfach verpfändet. Die Bankbilanzen werden schon seit Jahren durch kreative Buchungen von "heißer Luft" frisiert. Gier, gepaart mit einer hohen kriminellen Energie, haben alles ruiniert. Die Verantwortlichen bleiben unbehelligt. Wie das funktioniert ist nachzulesen in unserem Standpunkt 180 mit dem vielsagenden Titel "Bail not Jail", vom 29. Februar 2012, hier 

An dieser Stelle möchten wir - zum besseren Verständnis - die Krise bei unseren Leserinnen wieder auffrischen. Das übernimmt für uns der linke US-Ökonom Michael Hudson. Der hat, noch relativ am Anfang der Rettungsmaßnahmen des Westens, im Feuilleton der F.A.Z., damals unter Leitung des 2014 verstorbenen Frank Schirrmacher, in einer dreiteiligen Reihe die Krise und ihre möglichen Folgen erklärt. Wir haben uns damals ausführlich damit beschäftigt: Teil 1 im "Standpunkt 185 - Bandenkrieg""Der Krieg der Banken gegen das Volk", hier; Teil 2 im "Standpunkt 186 - Was sind Schulden", hier; Teil 3 im "Standpunkt 189 - Gute Bank, böse Bank", hier. Hudson muss bis heute nichts von dem zurücknehmen, was er in diesen Beiträgen geschrieben hat, ganz im Gegenteil. Es gilt, was wir schon damals geschrieben haben: "Er liefert Erklärungen, die in der deutschen Öffentlichkeit so nicht gedacht werden dürfen." 

Schon frühzeitig haben wir uns mit einem Thema befasst, das hierzulande ebenfalls für die Entwicklung der Krise, bis hin zur Abschaffung des Bargelds, von großer Bedeutung ist. Es geht um eine besondere Art von Korruption: "Das deutsche Wissenschaftssystem ist korrupt", in Standpunkt 196, vom 01. April 2012 (hier). Im Standpunkt 273, vom 21. Juni 2012, geht es um "Raubtierkapitalisten und Professoren" (hier), einen Beitrag des US-Ökonomen Simon Johnson, ehemaliger Chefökonom des IWF. Aus unserer Einleitung: "Der Autor packt hier ein brisantes Thema an. Dabei beschränkt er sich auf die US-amerikanischen Verhältnisse. Dort sind die Belege offensichtlich und einsehbar. In Deutschland gibt es bestenfalls starke Indizien für solche Verquickungen, beispielsweise bei Verbindungen zu Goldman Sachs, Keimzelle der weltweiten Krisenszenarien." 

Zurück zu den Gründen für die Einführung eines Bargeldverbots. Seit Jahren flutet auch die EZB das europäische Finanzsystem mit Liquidität. Bei uns nachzulesen im "Standpunkt 193 - Milliarden-Probleme", vom 27. März 2012. Ein Auszug: "Wie lichterloh das europäische Haus immer noch brennt, zeigen die Milliarden Euro mit denen die EZB kürzlich Europa überschwemmt hat. 800 Banken haben sich bedient. Bei den 32 größten Abnehmern dieser Liquidität zeigt sich, wo nach wie vor die Risiken weiterhin raketengleich in den Himmel schießen. Die Länderrisiken sind klar zu verorten: Spanien, Italien, Frankreich, Portugal, Irland und Belgien heißen die primären Gefahrenherde. Nicht erstaunlich für uns ist die Beteiligung der beiden deutschen Banken auf dem 11. und 17. Platz. Bemerkenswert aber die starke Beteiligung der drei größten britischen Banken, oder auch der größten dänischen und der größten norwegischen Bank, allesamt aus Nicht-Euro-Ländern." Mehr hier.  

Mittlerweile haben diese von der EZB bereitgestellten Bankenhilfen geradezu dramatische Ausmaße angenommen. Wieviel es sind und wie diese Milliardensummen zurückgezahlt werden, darüber macht sich keiner Gedanken. Warum auch, am Ende werden die Bürger Europas die Zeche zahlen. Dafür gibt es längst ein anschauliches Beispiel, das Feldversuchslabor Griechenland.

Offiziell geht es um so hehre Ziele wie die Bekämpfung der Rezession und die Umkehr der Inflationsentwicklung. Wer von unseren LeserInnen diesen Schwindel glaubt, ist entweder blind und taub oder hoffnungslos naiv. Weit verbreitet ist aber auch eine stark ausgeprägte Obrigkeitshörigkeit. Nicht nur unter den Deutschen, bei denen dieser Wesenszug schon seit vielen Generationen zum Erbgut gehört. Davon lebt die große Zustimmung in der Bevölkerung für die leistungslose Bundeskanzlerin Angela Merkel. Tatsächlich dienen diese Milliarden Euro jedoch nur dem einen Ziel: Das Finanzsystem weiter am Leben zu halten. Wir haben darauf in der Vergangenheit an dieser Stelle immer wieder hingewiesen. 

Genauso auf die zahlreichen Gründe, warum Berlin die Krise weiter verstärkt, statt sie erfolgreich zu bekämpfen. Exemplarisch verweisen wir auf einen früheren Beitrag zu diesem Thema. Unser Standpunkt 198, vom 10. April 2012, trägt die Überschrift "Deutschland, der 'Vampirkrake' Europas". Damals haben wir u. a. geschrieben: 

"Egal, welchen Aspekt der Krise wir betrachten, immer auch steht Deutschland im Mittelpunkt. Entweder als maßgeblicher Verursacher zu Beginn oder als Krisentreiber heute. Weit, weit weg vom deutschen Modell der sozialen Marktwirtschaft, fristet der Exportvizeweltmeister ein Dasein als Speerspitze ultrakonservativer Wirtschaftslehren, denen sich selbst die Demokratie unterordnen muss ('marktkonforme Demokratie' nennt es die Bundeskanzlerin).
Selbst wenn die Nachrichtenlage eine andere ist, Deutschland betreibt eine parasitäre Wirtschaft zu Lasten seiner Nachbarn. Rücksichtslos wurde die Gemeinschaftswährung dazu genutzt, um sich durch geringe Inlandsnachfrage, niedrige Lohnerhöhungen und weniger Inflation im Vergleich zu seinen europäischen Handelspartnern massive Wettbewerbsvorteile  zu verschaffen. Da ist es nur logisch, dass alle angeblichen Hilfsmaßnahmen für die PIIGS-Staaten diese Vorteile erst einmal weiter festigen.
Deutschlands vermeintliche wirtschaftliche Stärke wurde innerhalb der Euro-Zone befördert durch eine expansive Kreditvergabepolitik seiner Banken, die jahrelang hemmungslos mit Milliardendarlehen den exzessiven Konsum – inklusive diverser Immobilienblasen - im übrigen Europa finanziert haben.
Es gilt eine einfache Regel: Solange Deutschlands Wirtschaft und seine (Pleite-)Banken von der europäischen Krise profitieren, wird es keine Maßnahmen geben, die sich ernsthaft mit den Ursachen der Krise und ihrer Lösung beschäftigen. Die Ungleichgewichte innerhalb Europas werden sich bis zum bitteren Ende verschärfen, viele Länder in den Ruin treiben und letztlich auch die deutschen Ersparnisse kosten. Wir sind heute schon auf die wortgewaltigen Erklärungen gespannt, mit denen die verantwortlichen Politiker und ihre Berater aus Wissenschaft und Wirtschaft dem Volk die unausweichliche Zerstörung seines Vermögens “schmackhaft” machen werden. Die faulen Südeuropäer reichen dann nicht mehr aus, wenn selbst Länder wie Frankreich, Österreich, Belgien, Holland, Dänemark, Finnland, usw. von der Krise tief getroffen sind. 
Der so gerne geforderte Austritt Deutschlands aus der Gemeinschaftswährung zur Rettung der deutschen Tugenden Fleiß und Sparsamkeit würde den Niedergang nur beschleunigen. In dem Fall müsste Deutschland seine Banken alleine retten, was (noch) niemand will. (...)

Es ist ein Irrtum anzunehmen, Deutschland wäre ein Wachstumsmotor und müsste wegen seiner Wirtschaftskraft die finanzielle Last von Europas Aufbau tragen. Diese Wirtschaftskraft gibt es in Wahrheit nicht (mehr). Sie wurde längst ausgehöhlt durch die üppigen Einsätze der deutschen Banken im weltweiten Finanzcasino-Spiel. Diese Lektion müssen die Deutschen in den nächsten Jahren erst noch lernen. Ein schmerzhafter Prozess, in dessen Verlauf bittere Wahrheiten ans Licht kommen. Vor allen Dingen, wie sehr sich Politik und Kapital in Deutschland über Jahre hinweg verbündet haben. Wohlwollend begleitet von den Gewerkschaften und den Sozialverbänden. Der Begriff 'Deutschland-AG' erhielt in den vergangenen zehn Jahren eine ganz neue Bedeutung.
Die Wahrheit ist: Der Krake Deutschland ist in der Euro-Zone um zu nehmen, nicht um zu geben. Ausgesaugt und ausgepresst werden die schwachen Länder bis nur noch die leere Hülle übrig bleibt." 


Mehr hier. Selbst vier Jahre danach müssen wir nichts davon zurücknehmen. Ganz im Gegenteil. Heimlich, still und leise frisst sich die Krise seitdem weiter in die Mitte Europas. Sie ist so heimtückisch wie ein Krebsgeschwür. Versteckt hinter der Zerstörung Griechenlands, dem Bürgerkrieg in der Ukraine und Syrien, der Flüchtlingskrise, oder dem drohenden Brexit, (diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!) vollzieht sich ein dramatischer Entwicklungsschub. 

Noch geht in der Mitte Europas alles seinen gewohnten Gang. Die Menschen in Deutschland leben auch Jahre nach der Lehman-Pleite in relativer Ruhe. Krise passiert anderswo. Das wird sich ändern. Die absehbare Katastrophe hört auf den Namen Deutsche Bank. Das ehemalige Aushängeschild der "Deutschland AG" ist, dank ihres ehemaligen Vorstandsprechers "Joe" Ackermann,  eine "finanzielle Massenvernichtungswaffe" (nach der Definition des US-Investors Warren Baffett, hier) geworden. Was wir meinen, macht die folgende Grafik augenfällig: 

      

Die Übersicht stammt aus dem Beitrag "Is Deutsche Bank The Next Lehman?", erschienen am 13. Juni 2015 bei ZERO HEDGE (hier). 2,74 Billionen deutsche und 9,6 Billionen europäische Jahreswirtschaftsleistung stehen sagenhafte 54,7 Billionen Euro Risiko der Deutsche Bank alleine im Derivatehandel gegenüber! Buffett bekennt schon 2003: "Diese Finanzkonstrukte seien 'Zeitbomben', die beiden schadeten: den Parteien, die sie abschließen sowie dem volkswirtschaftlichen System" (hier).  "Leistung aus Leidenschaft" lautete bis vor Kurzem der Deutsche-Bank-Werbeslogan. Richtiger hätte es wohl heißen müssen "Leistung die Leiden schafft!"

Weder Wirtschaftsleistung noch Vermögen reichen auch nur annähernd aus, um die Verluste abzudecken, die nach einem Kollaps des Finanzsystems und der anschließenden Pleite der Bank auf die Deutschen zukommen. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu lächerlich, bzw. absurd, wenn in Deutschland von Teilen aus Politik und Wirtschaft, jüngst von der AfD in ihrem Grundsatzprogramm, die Forderung gestellt wird "keine deutsche Haftung für ausländische Banken" (hier, Seite 14). Die Wirklichkeit sieht anders aus: Seit 2009, dem Beginn der Rettungsmaßnahmen in Europa, haften Iren, Griechen, Spanier und Portugiesen für deutsche Banken. Sie müssen in jahrzehntelanger Schuldenknechtschaft leben. Im Fall Griechenland erst kürzlich wieder ein Thema: "Money to Banks, not to Greeks!" (hier). Oder dieser Beitrag, erschienen bei DEUTSCHE WELLE: "Most of Greek bailout money went to banks: study". Aufschlußreich die Einleitung: "Only 5 percent of international bailout money for Greece was used to kickstart the country's languid economy, a new study has found. The rest was used to pay back private creditors, many of which were banks." Mehr hier. Bei uns bereits im März 2012: "Fata Morgana Griechenland-Rettung", Standpunkt 188 (hier). 

In aller Öffentlichkeit findet seit der Lehman-Pleite im Herbst 2008 ein unfassbares "Katz-und-Maus-Spiel" mit den Menschen statt. Die Ursachen der Krise und ihre Folgen werden trickreich verschwiegen, über das Doppelspiel der Politik mühelos hinweggetäuscht. Die schon seit Jahren bis auf die Grundmauern zerstörte Demokratie ist nur noch Mittel zum Zweck, ihre Instrumente werden mißbraucht für die Ziele politischer Korruption. Das Ergebnis ist eine schier grenzenlose Volksverblödung. So gelingt es den KrisenmangerInnen in Berlin, Brüssel und Frankfurt sehr erfolgreich, schon seit vielen Jahren den Menschen "Scheiße als Gold" zu verkaufen. 

Unbedingt beachten: "Die Demokratie ist in der Hand der Banker und Medienmogule". Das behauptet kein Geringerer alsder britische Journalist Charles Moore, Biograph von Maggie Thatcher, der Eisernen Lady aus Großbritannien.

Es ist an der Zeit auf eine wichtige Tatsache hinzuweisen: Statt die Krise zu lösen, soll die Gunst der Stunde genutzt und die Umverteilung von Unten nach Oben endgültig abgeschlossen werden. Absehbar ist diese Entwicklung bereits in einem frühen Stadium der Krise. Das Feuilleton der F.A.Z., nicht der Wirtschaftsteil, bringt es am 24. Oktober 2011 mit einem Artikel auf den Punkt; Überschrift: "Staatsressource Privatvermögen - Sagt die Wahrheit!". Im Vorspann heißt es: "Was sich gegenwärtig Politik nennt, ist das Weiterreichen von Zeitbomben. Den europäischen Regierungen bleibt als letzte Ressource nur das Privatvermögen ihrer Bürger." Der Autor klingt sich mit seinem Beitrag ein in die gerade laufende Diskussion einer einmaligen Vermögensabgabe, für die er vehement eintritt: "In einem Papier vom vergangenen September mit dem Titel 'Back to Mesopotamia' untersuchen David Rhodes und Daniel Stelter die den europäischen Regierungen verbliebenen Möglichkeiten. Es sind nicht mehr viele. Weder drastische Sparprogramme noch inflationäre Geldvermehrung sind möglich. Haushaltsüberschüsse sind nicht zu erwarten, auch nicht ein Wachstum, das der Schuldenlast entsprechen würde; das hat auch mit dem demographischen Wandel zu tun. Den europäischen Regierungen bleibt, um die Schulden zu bezahlen, eigentlich nurmehr eine Ressource: der private Wohlstand ihrer Bürger. Die BCG rechnet mit einer einmaligen Wohlstandsabgabe auf Vermögen und Immobilien irgendwo zwischen zwanzig und dreißig Prozent. Sie wäre schwer durchzusetzen, unpopulär und so weiter - aber immer noch besser als jeder andere Weg." Mehr hier. Mittlerweile steht fest, die angedachten 20 bis 30% werden nicht reichen. Das Beispiel Zypern von 2013 wird Schule machen. Damals wurden die Gläubigern trickreich abgekocht: "Zypern-Anleger müssen mit 100 Prozent helfen" schlagzeilt am 1. April 2013 der österreichische STANDARD (hier). 

Bei unseren Schweizer Nachbarn kommt der deutsche Ökonom Klaus Wellershoff zu Wort. Die Schlagzeile lautet dort: "Vermögen werden sich in Luft auflösen" (hier). Dieses Interview haben wir am 5. September 2011 in unserem Standpunkt 66 unter der Überschrift "Finanzkrise enteignet" kommentiert (hier). 

Die Richtung ist klar. Und der Ablauf. Der ist in einem Satz erklärt: Nach der Massenverblödung kommt die Massenenteignung. Nachdem die Verluste der Finanzindustrie so weit wie möglich sozialisiert worden sind (der Rest wird mit Hilfe der Notenbanken "ausgebucht"), bekommen die Staatsbürger die Rechnung präsentiert und dürfen zahlen. Wie das funktioniert haben wir im September 2012 schon sehr ausführlich beschrieben: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" (hier). Endlich ist auch ein Update in Vorbereitung. 

Der Staat will Zugriff auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Dafür muss - als eine wichtige Voraussetzung - das Bargeld abgeschafft werden. Natürlich wird dabei sehr behutsam und trickreich vorgegangen. In kleinsten Dosierungen wird das Zahlungsmittel Bargeld liquidiert. Und am Ende regt sich garantiert kaum noch Widerstand bei seiner Ablösung. Wetten? 

Zum Schluss unseres Fazits möchten wir auch zu den vielfach empfohlenen Gegenmaßnahmen Stellung beziehen. Primär machen drei Vorschläge die Runde durch diverse Internetseiten: Gold, Immobilien und die Flucht aus Europa. 

Gold ist nicht wirklich eine gute Idee! Wir rechnen zwingend mit einem Goldverbot. Und das aus wenigstens drei Gründen: 

1. Egal, auf welche Weise sich der Staat das Vermögen seiner Bürger unter den Nagel reißen wird, er will eine vollständige Vermögensübersicht. Gold gehört definitiv dazu.

2. Die Banken haben "mangels Kontrolle inzwischen ein Vielfaches der vorhandenen Goldmenge (die genaue Zahl kennt niemand, sie wird auf das 150- bis 250fache geschätzt, kann aber auch darüber liegen) verkauft" (Quelle: "Bargeld-Abschaffung - Das Ende unseres Finanzsystems rückt näher", HEISE/TELEPOLIS, hier). Daran sind auch die Notenbanken beteiligt. Fliegt das auf, wäre jedes Vertrauen in die Notenbanken endgültig ruiniert

3. Mit dem Kollaps des Finanzsystems wird auch das Vertrauen in das Geldsystem zerstört. Die neue Weltwährung muss dieses fehlende Vertrauen erst wieder zurückgewinnen. Das funktioniert am besten durch die Wiedereinführung eines Goldstandards. Wollen die westlichen Notenbanken auch zukünftig ihren Einfluß behalten, brauchen sie jede Unze Gold, egal woher. 

Deshalb erinnern wir an dieser Stelle nur an das Goldverbot in den USA, das von 1933 bis 1974 andauerte:

Quelle: Wikipedia, 15.05.2016

Gerne wird der Einwand vorgebracht, dass nur ein Bruchteil der Amerikaner ihr Gold tatsächlich an den Staat herausgegeben haben und statt dessen ihr Gold in der Schweiz oder auch anderswo deponiert haben. Heute wird das nicht mehr funktionieren: Das Goldverbot ist entweder flächendeckend, oder wird durch Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen unterstützt

Wer in Immobilien investiert muss wissen, dass er dadurch zwar seine Bargeldbestände deutlich verringert, aber dem Staat den Zugriff auf sein Vermögen mittels Zwangshypothek enorm erleichtert. Das will also sehr gut überlegt sein. Wir kennen übrigens kein Land innerhalb Europas, das für eine solche Lösung ernsthaft infrage kommt. Selbst wenn bisher nur Deutschland in seiner Geschichte über reichlich Erfahrung mit der Durchsetzung von Zwangshypotheken verfügt - zuletzt anläßlich der Währungsreform 1948 - und die Enteignung seiner Bürger bereits in Art. 14 seiner Verfassung verankert hat. Es wird zu einer europaweiten Anpassung kommen. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Regierungen auch anderswo in der Welt in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen sind, oder zukünftig weiter passiv bleiben.

Der Kreis schließt sich. D. h. früher oder später kommt es nicht nur in Europa zu einem Bargeldverbot. Diskutabel ist höchstens noch das Wie und Wann. Wer von unseren LeserInnen die Kontrolle über sein (kleines oder großes) Vermögen bis zum bitteren Ende behalten möchte für den reicht es nicht, so viel wie möglich davon weit weg von Europa zu schaffen. Diese Entscheidung ist zuallererst unter geopolitischen Gesichtspunkten zu treffen. Welches Land bietet politisch und wirtschaftlich die besten Bedingungen, welches Land zeigt sich ausländischen Investoren gegenüber fair und welches Land respektiert weitestgehend das Eigentum. Eins ist sicher: Es ist keine leichte Entscheidung. Gestützt auf ein hervorragendes Netzwerk und mehr als 30 Jahre Erfahrung haben wir frühzeitig die Wahl getroffen. Die Entwicklungen der vergangenen Monate bestätigen uns in dieser Maßnahme. An dieser Stelle nur so viel: Nicht erst seit den Panama Papers fürchten wir Steueroasen wie der Teufel das Weihwasser! 

Zum Schluss: Das ist die schlechteste Lösung...
 

  
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"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat." (George Orwell, Autor von "Farm der Tiere" und "1984")