Donnerstag, 16. Juni 2016

Standpunkt 1018: Goldverbot - ja oder nein? Teil 1


Quelle: focus.de

Es ist eine unendliche Geschichte, der Streit über ein absehbares Goldverbot. Wir haben an dieser Stelle schon frühzeitig - in 2011 - Stellung bezogen und sehen bis heute keinen Grund, unsere Meinung zu ändern, ganz im Gegenteil: Für uns ist ein Goldverbot höchst wahrscheinlich. 

In zwei Teilen werden wir unsere bisherigen Argumente für ein Goldverbot noch einmal darlegen und an Hand neuer Informationen auf ihre Belastbarkeit untersuchen. 

Wir stellen Beiträge vor, in denen sogenannte Experten Pro und Contra zu einem möglichen Goldverbot argumentieren, oder mit ihrer Meinung unentschieden bleiben. 

Gleichzeitig bieten wir aber auch eine Alternative an, mit der Edelmetaller ihren zwanghaften Trieb befriedigen können - nicht ganz so edel, aber sehr zweckmäßig. 

Am Ende sollen unsere LeserInnen in der Lage sein, sich mit Hilfe dieser Informationen und unseres persönlichen Fazits eine eigene Meinung über ein mögliches Goldverbot zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, inwieweit Gold zur Krisensicherung wirklich nützlich ist. 

Beginnen möchten wir mit einem Rückblick auf unseren Standpunkt Ausgabe 64, vom 01.09.2011, dem Dossier zum Thema Gold, überschrieben mit dem Goethe-Zitat "Am Gold hängt es, zum Gold drängt es!". Dessen Wert haben wir damals schon mit einem Zitat von J. P. Morgan, einem der mächtigsten Bankiers aller Zeiten, unterstrichen: "Gold and silver are money. Everything  else  is  credit". Dieser Ausspruch stammt aus dem Jahr 1912, die US-Notenbank war noch nicht gegründet. Bezug genommen haben wir dabei auf eine Aussage des mittlerweile verstorbenen Prof. Wilhelm Hankel, der in einem Interview gegenüber der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND am 24.07.2011 behauptet hat: "Hinter der  Gold-Hausse  steckt  ein  Aberglaube  aus  früheren  Zeiten: Wagners 'Rheingold' und andere Mythen. Irgendwann, wenn der Aberglaube weicht, wird man feststellen, dass Gold keinen Geldwert hat." In diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Hankel gehörte zeitlebens, neben Joachim Starbatty, Otmar Issing und Hans-Werner Sinn, zu den Anhängern der Goldman Sachs'schen Lehren, einem der Brandschatzer des Welt-Finanzsystems. 

Begründet Abstand vom Gold nehmen wir an anderer Stelle: "Es gibt eigentlich nur einen Grund, von Gold die Finger zu lassen, wegen der absehbaren Kriminalisierung von Goldbesitz. Wer nicht kriminell werden will, darf sich nur mit Silber beschäftigen (...). Die USA haben es nämlich schon am 23.12.1933 vorgemacht, wie durch ein entsprechendes Gesetz der Besitz von Gold unter Strafe gestellt, der Zwangsumtausch zu niedrigem Kurs festgelegt wird und das Ganze dann auch noch über Jahrzehnte, bis zum 31.12.1974, durchzuhalten ist." 

Die Gründe für ein solches Goldverbot in der Zukunft lagen da schon auf der Hand: Die mannigfachen Folgen des absehbaren Finanz-Kollaps'. Wir zitieren dazu aus unserem Dossier: "Regelmäßige Leser unseres Blogs wissen schon länger, genauer seit der Standpunkt-Ausgabe No. 19, vom 04.05.2011, dass wir nur noch vom Kollaps reden, nicht mehr nur von einer Krise. Nach unserer Definition ist eine Krise beherrschbar, was sich aber gerade in der Welt entwickelt, ist es nicht. Es ist eine Vermögensvernichtung im Gange, die es so noch nie gegeben hat. Dagegen sind alle bisherigen Krisen, einschließlich der von 1929, nur laue Lüftchen." (Anm. d. Verf.: Wer sich dafür interessiert, der findet diesen Standpunkt hier

Schon vor mittlerweile 5 Jahren stand die ausweglose Situation des Welt-Finanzsystems zweifelsfrei fest. Klar war auch damals schon: "Die Weltjahreswirtschaftsleistung liegt irgendwo zwischen 60 und 70 Billionen USD. Daraus läßt sich keine Lösung für die weltweiten Schuldenstände herleiten. Selbst von den besten Ökonomen  nicht.  Kommt  Hilfe  aus  dem Finanz-Casino der Banken, der realitätsentfernten Parallelwelt? Nein, niemals! Die staatlichen Konjunktur- und Liquiditätsprogramme, allesamt bestimmt zur Ankurbelung der Real-Wirtschaft, verschwinden  im  Schlund  dieses  Monsters, statt damit die versprochenen Strukturreformen und neuen Arbeitsplätze zu finanzieren. Als Ausgleich versuchen die Staaten an ihren Ausgaben zu sparen und beschleunigen dadurch zusätzlich ihren Bankrott. Gerade am Beispiel der Euro-Krise läßt sich diese Entwicklung sehr gut  ablesen. IWF/EU fordern für die Rettung klammer Staaten immer neue Sparanstrengungen, die nur eine Wirkung haben: Rückgang der Wirtschaftsleistung, Anstieg der Arbeitslosenquote, Rückgang der Steuereinnahmen, Rückgang der Binnennachfrage, Auflösung der öffentlichen Ordnung, Monat für Monat Anstieg der Staatsverschuldung. Die Antwort von IWF/EU: Noch größere Sparanstrengungen." Soweit die Auszüge aus dem Dossier. Mehr hier

Nur drei Monate später, im November 2011, überschreiben wir unsere Standpunkt-Ausgabe 88 mit "Gold und Silber bleiben unentbehrlich!". Anlass für diesen Standpunkt war ein Blutbad bei Gold und Silber im September 2011. Was wir meinen, bringen wir dort so noch einmal auf den Punkt: "Für uns ist Silber Krisenvorsorge, Vermögenssicherung, usw. Wer nicht begreift, dass dieses Investment in den kommenden Jahren seinen Besitzern den 'Hintern rettet', der sollte – nein muss – weiter auf Staatsanleihen setzen und wird am Ende mit leeren Händen dastehen." Zu dem Warum schreiben wir: "Die jüngsten Entwicklungen in Europa, den USA und China, bestätigen nämlich unsere Auffassung, dass sich die Finanzkrise zu einem Finanzkollaps entwickeln wird, der durch Nichts und Niemanden aufgehalten werden kann. Schlimmer: Die Geschwindigkeit hat zugenommen, mit der sich die ganze Welt auf diesen Abgrund zubewegt. Unumkehrbar geht es nur noch in eine Richtung." 

Schon damals müssen wir uns zur Wehr setzen: "Gerne werden solche Aussagen immer noch als Katastrophengerede verunglimpft, was uns jedoch nicht weiter stört. Unsere Bewertungen der Euro-Krise, der amerikanischen Situation, Chinas Probleme, um nur einige Beispiele zu nennen, sowie die Schlüsse, die wir daraus ziehen und in diesem Blog regelmäßig veröffentlichen, belegen eindeutig das Gegenteil." Was wir meinen liest sich im November 2011 so: "In den Bilanzen der Banken weltweit faulen geschätzte 700 – 1000 Billionen USD Wertpapiermüll vor sich hin. Unterlegt mit echten Vermögenswerten von gerade einmal 60 Milliarden USD. Wer glaubt überhaupt noch ernsthaft daran, diesen Mißstand durch irgendeine nützliche Maßnahme beheben zu können? Mit Geld aus der realen Welt ist das einfach nicht zu machen. Die Weltjahreswirtschaftsleistung liegt aktuell bei gerade einmal rund 60 Billionen USD, d. h. die gesamte Menschheit müsste mehr als 10 Jahre von „Luft und Liebe“ leben, nur um diesen Schuldenberg abzubauen. Trotzdem haben sich seit Oktober 2008 viele Staaten der realen Welt hoffnungslos verschuldet, um zu retten, was zu retten ist. Sehr gut abzulesen an der Entwicklung der Staatsverschuldung von Ländern wie z. B. Griechenland, Irland, Großbritannien. Andere erklären sich kurzerhand für krisenresistent, machen einfach weiter und züchten neue Blasen, wie Australien oder China. Das Ganze angereichert durch die weltweit operierenden Finanzkonzerne aus Amerika und Europa, die munter – als wäre nichts geschehen – ihr Finanz-Casino weiter betreiben und damit neuen Müll produzieren." 




Die Folgen dieses Wahnsinns fassen wir in einem Satz zusammen: "Es ist absehbar, dass die Staatsschulden irgendwann von den Staatsbürge(r)n übernommen werden müssen." Das alles - und noch mehr - nachzulesen hier

Ein ganzes Jahr haben wir uns anschließend zu diesem Thema nicht mehr geäußert. Erst im Dezember 2012 sorgt ein Beitrag im HANDELSBLATT für eine neue Wortmeldung in unserer Standpunkt-Ausgabe 492, vom 23.12.2012: "Setzen Sie auf Gold!" titelte Deutschlands führende Wirtschaftszeitung. Im Vorspann heißt es dazu: "Nichts glänzt auf dem Gabentisch so schön wie echtes Gold. Trotz stark steigender Preise können Goldgeschenke auch jetzt noch ein lohnendes Anlagegeschäft sein. Warum Anleger bei Gold noch zugreifen sollten." Mehr hier. Unser Kommentar war eindeutig: "Finger weg vom Gold! Wenigstens von größeren Beständen. Dieser Beitrag ist bloße Verkaufsförderung für das gelbe Metall. Kein Wort davon, daß Goldbesitz in der Vergangenheit regelmäßig verboten wurde, wenn der Staat in Not war. In den USA beispielsweise von 1933 bis 1974, in Deutschland von 1923 bis 1955 (hier). Kommt wieder ein Goldverbot, dann wird es gründlich sein, abgestimmt zwischen den Staaten, keine Einzelmaßnahme. Verbunden mit einer Kapitalverkehrskontrolle. Da bewegt sich keine Unze Gold mehr. Wer erwischt wird, muß mit empfindlicher Bestrafung rechnen." Nachzulesen hier.

Drei Monate später die nächste Wortmeldung. Anlass ist ein Beitrag, der bei ZERO HEDGE erschienen ist: "The Number 1 Problem When Owning Gold". Der Autor beschreibt die Probleme aus US-amerikanischer Sicht. Die Einleitung: "In official testimony before Congress in December 1912, just three months before his death, J.P. Morgan stated quite plainly: '[Credit] is not the money itself. Money is gold, and nothing  else.' Of course, this testimony came only 253 days before H.R. 7837, better known as the Federal Reserve Act, was introduced on the floor of Congress. The Federal Reserve Act went on to become law and pave the way for the perpetual fraud of fiat currency which underpins our modern financial system. And if unbacked paper currency isn't bad enough, we award dictatorial control of the money supply to a tiny handful of people, and then simply trust them to be good guys. Between the four of them, Masaakai Shirakawa (Bank of Japan), Mario Draghi (European Central Bank), Mervyn King (Bank of England), and Benjamin Shalom Bernanke (US Federal Reserve) control an astounding $8.85 trillion. And given the speed with which they are printing currency and expanding credit, it's a number that's only going to increase. Morgan was right. Credit is not money. The word credit comes from the Latin 'credere', which means 'to believe or trust.' And when it comes to maintaining the purchasing power of their currencies, these guys have an absolutely stellar long-term track record, completely unblemished by success. In short, they have given us no reason to trust  them. Owning gold is the same as voting against this system, turning your paper currency into something that they cannot inflate or conjure out of thin air. Yet there's one problem. While the world's central bankers have given us absolutely no reason to trust them, our governments have given us every reason to NOT trust them. Governments, especially the bankrupt insolvent ones, have a long history of theft, deceit, and plunder. As we have discussed so many times before, confiscation and/or criminalization of gold is not exactly a zero-risk prospect." Wir bleiben standhaft. In der Standpunkt-Ausgabe 569 schreiben wir am 10.03.2013 dazu: "Dieser Beitrag gibt uns Gelegenheit, wieder einmal auf die Gefahr eines Goldverbots hinzuweisen. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass es flächendeckend in Europa dazu kommen wird. Selbst Nicht-EU-Staaten werden freundschaftlich davon überzeugt, dieses Goldverbot durch geeignete Maßnahmen wenigstens zu unterstützen. Die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen werden sich beispielsweise dem nicht verweigern. Sonst drohen Repressalien, wie den Verlust von Vergünstigungen aus dem Wirtschaftsabkommen mit der EU. Goldverbot ist eine gut eingeübte Maßnahme. In den USA dauerte es über vierzig Jahre (1933 bis 1974), bis sie wieder abgeschafft wurde. Viele andere Länder, auch Deutschland, haben damit ihre Erfahrungen gemacht. Die Folgen: Umtausch zu einem per Gesetz bestimmten Kurs, bei Verstoß Geld- oder Gefängnisstrafe, Handelsverbot. Goldbesitz wird kriminalisiert. Seine Verwendung für die Dauer des Verbots unmöglich gemacht. Natürlich bestreiten alle, die am Verkauf von Gold großes Interesse haben, die Gefahr eines Goldverbotes. Darauf zu hören ist mindestens fahrlässig. Wer unbedingt Edelmetall zu Hause haben möchte, der sollte sich mit Silbermünzen, bevorzugt ehemalige Zahlungsmittel, beschäftigen. Die sind von einem Verbot nicht bedroht. Lediglich China hatte vor überlanger Zeit eine silberbasierte Währung." Nachzulesen hier. Die Lösungen, die der Autor seinen Landsleuten vorschlägt sind unverantwortlich: "One option if you have the means is to fly overseas and personally deposit your gold in a private, secure storage facility like Das Safe in Vienna or Cisco Certis in Singapore. (...) If you don't want to carry gold, both Singapore and Austria are full of options to purchase bullion, tax-free. In Austria, most banks sell Austrian Philharmonic coins-- a 24 karat coin struck in 999.9 fineness that's recognized around the world. In Singapore, it's also easy to buy gold at many banks, particularly the main branch of UOB downtown. Or if you prefer, you can stop in Hong Kong along the way and buy your gold there - Hong Kong banks consistently have ultra-low gold premiums." Unbrauchbare Vorschläge: Bei flächendeckender Durchsetzung eines Goldverbots und der damit verbundenen Einführung von Kapitalverkehrskontrollen bricht dieser Plan in sich zusammen. Den vollständigen Beiträg gibt es hier.

Hier und da melden sich jetzt auch die "Experten" zu Wort. Einer behauptet selbstgefällig im österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT "Die Hausse bei Gold hat noch gar nicht begonnen". Im Vorspann heißt es: "Goldexperte Uwe Bergold erklärt, warum das zuletzt negative Sentiment für das Edelmetall positiv ist, die Anleihenblase platzen, die Inflation steigen und der Goldpreis auf über 5000 $ klettern wird." Mehr hier. In unserem Kommentar dazu, in der Standpunkt-Ausgabe 604, vom 15.04.2013, hier, bestätigen wir unsere Auffassung: "Hören Sie nicht auf den Lockruf des Goldes. Falls doch, dann bitte nur eine kleine Dosierung in Goldmünzen, keine Barren. Wir sind felsenfest davon überzeugt: Es kommt zu einem Goldverbot, allen gegenteiligen Meinungen zum Trotz. Goldbesitz wird kriminalisiert und empfindlich bestraft, von Geldstrafe bis Gefängnis. Die Schweiz oder Liechtenstein sind keine Hilfe, die werden sich an der Jagd auf das Gold beteiligen (müssen). Wer das über Jahre hinweg durchstehen will, der kann sich eindecken. Die Alternative sind Silbermünzen. Ehemalige Zahlungsmittel wie Reichsmark und 5-DM-Stücke aus Deutschland, Schillinge aus Österreich, usw. Die interessiert niemand."  

Prof. Max Otte beschäftigt sich bei BOERSE ONLINE mit der Frage "Was ist bloß mit Gold los?". Und trommelt bei dieser Gelegenheit kräftig für das edle Metall. Seine Einleitung: "Der Goldpreis fällt wie ein Stein. Am Donnerstag lag der Kurs zum ersten Mal seit Sommer 2010 unter 1.000 Euro. Dennoch: Das Edelmetall ist kein Spekulationsobjekt, sondern die beste Versicherung, die Sie haben können." Leider ist der Beitrag online nicht mehr abrufbar, deshalb haben wir ihn für unsere LeserInnen hier [pdf] hinterlegt. Aus unserem Kommentar im Standpunkt, Ausgabe 683, vom 02.07.2013: "Wir können nicht nachvollziehen, dass Prof. Otte Gold als "beste Versicherung" gegen die weitere Entwicklung der Krise empfiehlt. Das ist vor dem Hintergrund eines sicher zu erwartenden Goldverbots nicht sonderlich seriös. Wir kennen regelrechte Gold-Junkies, die durchdrehen und in Panik verfallen, wenn sie nicht wenigstens einen kleinen Goldbestand in den Händen halten. Nur denen empfehlen wir reinen Herzens: kauft eine kleine Menge Gold. Zur Krisenvorsorge ist es jedoch nicht geeignet." Nachzulesen hier. 

Währenddessen melden die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN eine sensationelle Story: "Hedgefonds-Manager: Das Gold der Bundesbank ist weg". Die Einleitung: "Der Hedgefonds-Manager William Kaye sagt, es sei naiv zu denken, die Bundesbank würde ihre in den USA gelagerten Goldreserven jemals zurückbekommen. Das ehemals "deutsche" Gold gibt es als solches nicht mehr. US-Banken haben es von der Fed erhalten, um den Goldpreis zu drücken. Die Goldbestände gelangten auf den Markt. 'Deutschland wird das Gold nie wieder sehen', so Kaye." Mehr hier

Zur Erinnerung: Seit Ende 2012 findet in den deutschen Medien "Der Kampf ums deutsche Gold" statt (HANDELSBLATT, 23.10.2012, hier). Der Auslöser: "Rechnungshof will deutsche Goldreserven zählen" (HANDELSBLATT, 22.10.2012, hier). Und bestens geeignet, um damit (Tages-)Politik zu machen: "CDU-Politiker will deutsches Gold nach Hause holen" meldet unverzüglich die WELT (hier). Oder hier: "Brüderle will Goldreserven prüfen und nach Hause holen". Jetzt muss auch die Bundesbank reagieren: "Einigung mit dem Bundesrechnungshof: Bundesbank holt 150 Tonnen Gold aus dem Ausland zurück" meldet pflichtgemäß die F.A.Z. (hier). Der FOCUS, schon seit Jahren in Deutschland zuständig für die "Fakten, Fakten, Fakten", klärt unterdessen auf: "Wieso der deutsche Goldschatz im Ausland bleibt". Der Vorspann: "Es ist die eiserne Reserve des deutschen Volkes: Fast 3400 Tonnen Gold besitzt die Bundesbank. Dass der Großteil davon im Ausland lagert, empört viele Menschen. Doch Deutschland wird den Schatz nicht heimholen – aus gutem Grund." Die Gründe sind - mit Verlaub - hanebüchen: "Grundsätzlich hält es die Bundesbank (...) weiterhin für angebracht, dass ein Großteil des Goldes im Ausland lagert. Ihre Begründung: Damit das Gold seine Funktion als Währungsreserven erfüllen kann, muss es im Krisenfall rasch in eine der großen Weltwährungen eingetauscht werden können – zum Beispiel in Dollar oder Britische Pfund. Damit dies 'ohne logistische Einschränkungen' möglich sei, müsse das Gold in Handelszentren wie London oder New York liegen. Und schließlich führen die Bundebanker – ganz Zahlenmenschen – noch ein ökonomisches Argument ins Feld: Die Lagerung im Ausland sei 'betriebswirtschaftlich sinnvoll, solange sie kostengünstiger ist als der Transport nach Deutschland und der Bau zusätzlicher Tresoranlagen'." Mehr hier. Anfang 2013 ist es wieder der FOCUS, der neue Fakten meldet: "Bundesbank holt Goldreserven aus Frankreich zurück". In der Einleitung heißt es: "Der Kalte Krieg ist vorbei, doch deutsches Gold lagert noch immer verstreut in der westlichen Welt. Wie es um seine Echtheit bestellt ist, weiß deshalb niemand so recht. Doch das wird sich ändern: In Frankfurts Tresoren sollen die Schätze vereint werden." Mehr hier.



 
Blöd nur, dass die Unkenrufer einfach nicht die Klappe halten. Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt: 

"The Emperor Has No Gold - Are Central Banks Overstating their Gold Holdings?" titelt WASHINGTON'S BLOG (hier). PROPAGANDAFRONT liefert hier eine deutsche Übersetzung des Beitrags: "Der Kaiser ist nackt: Die westlichen Zentralbanken und ihre nicht vorhandenen Goldreserven". Sehr informativ und randvoll mit weiterführenden Links. Und legt nach: "Goldmarkt-Experte: Das Bundesbank-Gold ist weg", die deutsche Übersetzung eines Beitrags der US-Website KING WORLD NEWS (dort leider nicht mehr abrufbar): "James Turk erklärte heute gegenüber King World News, dass die US-Notenbank Federal Reserve das deutsche Gold als Geisel hält. Turk geht überdies davon aus, dass Teile der jüngsten Presseerklärung der Bundesbank irreführend sind. Der Goldmarkt-Experte legte dar, was mit dem deutschen Gold wirklich passiert ist – und das hat nichts mit dem zu tun, was die Bundesbank oder die Massenmedien der Bevölkerung erzählen. Im Folgenden finden Sie Auszüge des Interviews: 'Es ist klar, dass das deutsche Gold als Geisel gehalten wird. Sie bekommen nicht das, was sie wollen. Sie bekommen das, was sie laut der Federal Reserve haben können. Die Tatsache, dass die Rückführung des Bundesbankgolds nach Deutschland sieben Jahre dauert, anstatt sieben Wochen, ist ein Hinweis darauf, dass das Gold wahrscheinlich nicht mehr bei der Federal Reserve ist. Die Federal Reserve will nicht an die Öffentlichkeit gehen und über Nacht Gold aufkaufen, um den deutschen Forderungen nachzukommen. Sie wollen es so lange als möglich hinauszögern, um den Goldpreis unter Kontrolle zu halten. Also ich meine, mit einer Flugzeugladung kann man 5 Tonnen Gold transportieren. Ein paar hundert Flüge und man hat es [die in New York gelagerten rund 1.500 Tonnen Bundesbank-Gold] innerhalb von Wochen zurückgeholt. Die einzig mögliche Schlussfolgerung, die sich aus all dem ziehen lässt, ist, dass das Gold nicht da ist.'". Mehr hier. Selbst der Schweizer Investor Marc Faber meldet sich noch zu Wort: "Das Gold der Deutschen Bundesbank ist weg" schlagzeilen im August 2013 die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. Der Vorspann birgt einen weiteren Knaller: "Wenn die Federal Reserve das Gold der Deutschen Bundesbank noch hätte, dann würde es nicht acht Jahre dauern, bis es nach Deutschland gebracht wird, sagt der Schweizer Investor Marc Faber. Er warnt außerdem vor einem Goldverbot, wenn sich die Wirtschaftskrise verschärfen sollte." Bemerkenswert seine Erklärung des Ablaufs einer solchen Enteignung: "Sie werden es nicht enteignen und überhaupt nichts zahlen. Das wäre ja, glaube ich, vollkommen gegen das Gesetz. Aber sagen wir, heute liegt der Preis um die 1.200 Dollar. Was sie dann tun können, ist, dass sie im Wesentlichen sagen: Okay, wir sammeln alles Gold ein und zahlen 800 Dollar. Wahrscheinlicher ist, dass sie vorher versuchen, den Preis auf 800 Dollar zu drücken, und dann 800 Dollar zahlen. Sobald sie alles Gold eingesammelt haben, wie 1933, setzen sie den Preis auf, sagen wir, 10.000 Dollar." Mehr hier. Unser knapper Kommentar damals: "Marc Faber bringt es auf den Punkt." Nachzulesen hier. In diesem Zusammenhang lohnt es sich auch, unsere Standpunkt-Ausgabe 93, "Die Mär vom deutschen Gold-Schatz", aus dem November 2011, zu lesen (hier).

Kommen wir zurück auf den Beitrag über den Hedgefonds-Manager William Kaye, mit dem wir diesen Abschnitt begonnen haben. Dessen Aussagen haben wir kommentiert in der Standpunkt-Ausgabe 703, vom 22.07.2013: "Was William Kaye in seinem Interview (Game Over - "It’s All A Farce, The Fed & German Gold Is Gone" [Anm. d. Verf.: Leider steht der Original-Beitrag online nicht mehr zur Verfügung; hier gibt es aber eine deutsche Übersetzung der wichtigsten Passagen: "Ist das deutsche Gold der Federal Reserve in China?"]) mit Eric King von KINGWORLDNEWS zum Besten gibt, das ist selbst für uns eine kleine Sensation. Damit meinen wir nicht, dass Deutschland sein in den USA gelagertes Gold nicht mehr wiedersieht. Das haben wir erwartet und bereits in unserem Gold-Dossier 'Am Gold hängt es, zum Gold drängt es!' (...) auch so geschrieben. Damals waren wir jedoch davon ausgegangen, dass die deutschen Goldbestände noch vorhanden sind und erst zu gegebener Zeit vom US-Präsidenten mittels Kriegsrecht annektiert werden: 'Die größten Goldvorräte besitzen die USA, hier lagern auch über 80% des deutschen Goldschatzes, immerhin 3400 Tonnen. Der deshalb auch für Deutschland unwiederbringlich verloren ist. Der US-Präsident hat nämlich in Krisenzeiten das Recht, alle innerhalb der US-Grenzen gelagerten Goldvorräte zu konfiszieren. Wer uns nicht glaubt, der sollte sich im Internet ein Interview des US-TV-Senders CNBC anhören, geführt am 08.08.2011 mit dem US-Analysten Jim Rickards. Alle Zweifel sind danach restlos beseitigt.' Jetzt sieht es so aus, als habe die US-Notenbank die deutschen Bestände in ihre Gewalt gebracht und neben ihren eigenen aus der Hand gegeben. Das hatten wir in unserem Dossier anderen Ländern unterstellt: 'Wir müssen uns aber nicht sorgen, auch die Goldvorräte der anderen Staaten sind (noch) wertlos, weil verleast, beliehen, verpfändet, längst verkauft.' Wir können uns nicht vorstellen, dass die Fed ohne Rückendeckung durch die Bundesbank diesen Schritt getan hätte. Andernfalls ist es schlicht und ergreifend Diebstahl. Das halten wir für völlig ausgeschlossen. Stellt sich also die Frage, was hat die Bundesbank dazu gebracht, der Fed die Erlaubnis für die Verwertung des deutschen Goldes zu geben? Es ist sogar unmöglich über die Antwort zu spekulieren, der Vorgang wäre ungeheuerlich. Unser Fazit: Wir haben schon immer Silber als Krisenmetall bevorzugt. Gold ist nur etwas für Optimisten  - wegen  des  zu  erwartenden  Goldverbots.  Andererseits  kennen  wir  Leute, die ohne  einen  kleinen  Goldvorrat  an  massiven  Schlafstörungen  leiden. Für  die  ist  Gold  quasi Medizin.  Dagegen  können  wir  wenig  ausrichten. Alle anderen kaufen sich ein Säckchen Silberlinge (2 und 5 Reichsmark, 5 D-Mark, entsprechende Gedenkmünzen, Schilling, CHF, usw.)." Nachzulesen hier.

Leider steht dieses Interview von Jim Rickards online nicht mehr zur Verfügung. Wir haben deshalb recherchiert und können wenigstens die wichtigsten Aussagen vorstellen:  

"Dieses [europäische Zentralbank-]Gold ist in den Vereinigten Staaten. Eines der Szenarien, das ich habe, ist, dass die Vereinigten Staaten das europäische Gold konfiszieren werden, das wurde schon einmal so gemacht…Im Jahre 1933 beschlagnahmte FDR das gesamte Gold aller Bürger der Vereinigten Staaten. Dies wäre also nur eine Erweiterung davon. 

Noch einmal: Dies entspringt alles dem International Emergency Economic Powers Act [aus dem Jahre 1977]. Der Präsident verfügt über diktatorische Macht, und wenn ich sage diktatorisch, dann verwende ich das Wort nicht auf abschätzige oder übertriebene Art. Er kann tatsächlich Exekutivanweisungen geben, um die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten in wirtschaftlichen Fragen aufrechtzuerhalten. Er kann das Gold also umwandeln und den Europäern eine Quittung dafür ausstellen…" (Anm. d. Verf.: Informationen zum International Emergency Economic Powers Act: hier und hier).  

Rickards beantwortet auch die Frage, warum die Deutschen ihr Gold nicht zurückholen: "Nun ja, manchmal werden die Fragen nicht gestellt, weil man die Antwort nicht hören will – weil, wenn Deutschland die Federal Reserve Bank of New York anrufen würde und sagt, ´wir senden ein Schiff rüber und holen unser Gold zurück`, die Antwort vielleicht nicht so schön ausfallen wird." (Quelle: "Mission impossible: Wir wollen unser Gold zurück", PROPAGANDAFRONT, 29.08.2011, hier)  

Da ist es nur logisch, dass Monate später wieder Ruhe einkehrt. ZERO HEDGE meldet "Germany Gives Up On Trying To Repatriate Its Gold, Will Leave It In The Fed's 'Safe Hands'". Die Einleitung: "Several months after it was revealed that Germany was able to only recover a miserable 5 tons of its gold in all of 2013 (under 10% of the 84 tons it was scheduled to repatriate), Germany appears to have given up entirely in its attempt to recover gold which simply is not there, and as Michael Krieger reports, citing Bloomberg, has decided to keep 'it' (by 'it' we don't mean the gold since that clearly has not been at the Fed for decades, but merely the paper promises of ownership: for more see China's gold rehypothecation scandal and how the unwind works) at the NY Fed after all. That is to say, in the 'safe hands' of former Goldmanite Bill Dudley." Mehr hier. 


Quelle:focus.de


An dieser Stelle möchten wir auf einen Beitrag des deutschen Finanzportals FINANZEN100 hinweisen, der sich mit dem US-Goldverbot beschäftigt: "Krise 1933: Als Präsident Roosevelt den Gold-Besitz verbot", veröffentlicht am 27.12.2013. Der Vorspann: "Goldverbote werden von den Regierenden vor allem in Krisenzeiten verhängt. Auch in den USA der 30er Jahre wurden dadurch die Anleger, die sich gegen Inflation und Geldentwertung absichern wollten, über den Tisch gezogen." Und es geht spannend weiter: "Goldverbote sind der Schrecken aller Goldbesitzer. Wer Edelmetalle hält, will sich schließlich gegen Geldentwertung und Krisen wappnen. Wird der Besitz von Gold aber regierungsamtlich untersagt, dann ist dieses Ansinnen zum Scheitern verurteilt. In der jüngeren Geschichte hat es dutzendfach Goldverbote gegeben. Keiner davon wurde für die Anleger aber zu einem derartigen Menetekel wie die Executive Order 6102, die im April 1933 von US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterschrieben wurde. Schließlich waren die Vereinigten Staaten bereits damals die wichtigste Wirtschaftsmacht der Welt und gleichzeitig ein Hort der vermeintlichen wirtschaftlichen Freiheit." Mehr hier. In unserem Kommentar zu diesem Beitrag unterstreichen wir noch einmal die Erwartung eines Goldverbots. Weiter schreiben wir: "Wer denen glaubt, die davon nichts wissen wollen, und erhebliche Teile seiner Ersparnisse in Gold umschichtet, der hat dann die A-Karte gezogen. Schon möglich, dass sich die Wahrscheinlichkeit für ein Goldverbot in 'freien Wirtschaftssystemen' stark verringert hat, wie dieser Beitrag am Schluss schreibt. Nur wer kann ernsthaft behaupten, dass wir noch in einem solchen System leben? Und es wird noch schlimmer: Kapitalverkehrskontrollen sind nur noch eine Frage der Zeit, nicht nur in Europa und den USA. Dagegen kann man sich wappnen, aber nicht mit Gold. Wer daran festhält, der wird zum Kriminellen und ist von empfindlichen Geld- und Freiheitsstrafen bedroht. Diese Risiken durchzuhalten erfordert starke Nerven. Das US-amerikanische Goldverbot hatte 40 Jahre Bestand. Gut möglich, dass ein neues Goldverbot für die Ewigkeit gemacht wird." Nachzulesen in unserer Standpunkt-Ausgabe 839, vom 26. & 27.12.2013, hier

In 2014 nimmt für uns die Diskussion um ein Goldverbot überhand. Aufgrund der Erfahrungen, die wir in den ersten Monaten des Jahres machen, greifen wir das Thema im Juli 2014 erneut auf. Wir nehmen zu allen wesentlichen Einwänden Stellung, die uns bis dahin in zahllosen Streitgesprächen entgegen gehalten worden sind. 

Zum Abschluss dieses ersten Teils wiederholen wir alle Passagen, die bis heute aktuell geblieben sind: 

"Wir können es nicht mehr hören. Ständig erklären uns krisengefestigte Anleger selbstgefällig, wie sie sich mit Gold vor den Folgen der finalen Krise schützen. Es ist an der Zeit, diese fantastischen Träumereien auf den harten Boden der Wirklichkeit herunter zu holen. 

Natürlich mangelt es nicht an den zahllosen 'Experten', die diesen Hype um die Krisenwährung Gold mit wohldosierten Informationen, oder gar umfangreichen Analysen, anstacheln. Aktuelles Beispiel: Der Österreicher Ronald Stöferle, Verfasser des jährlich erscheinenden Gold-Reports 'In Gold we Trust' (die Ausgabe 2014 gibt es hier), in der Öffentlichkeit deshalb regelmäßig als Gold-Experte wahrgenommen. Der versteigt sich vor einigen Wochen im GOLDREPORTER zu der Behauptung 'Gold ist für Sparer unverzichtbar' (hier). In einem kürzlichen Interview behauptet Stöferle 'Gold is the constant' (hier, leider nur auf Englisch verfügbar). Zweifelsohne, sein Wort hat Gewicht. Deshalb lassen Gold-Junkies bei solch guten Nachrichten die Korken knallen. Und kaufen munter weiter, was sie vom gelben Edelmetall kriegen können. Nur, wofür? 


Was die Analysen und Ratschläge dieser 'Experten' regelmäßig verschweigen ist die Tatsache, dass Gold in der finalen Krise als Krisenwährung ausgedient haben wird. Goldverbot (und hier [pdf]), Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen (siehe 'Der Giftschrank der Euro-Retter', MANAGER MAGAZIN, 26.06.2012, hier), Bargeldverbot (siehe dazu 'Nicht über 1.000 Euro', HEISE-TELEPOLIS, 19.02.2013, hier), oder die Abschaffung des Bankgeheimnisses, machen zukünftig die Nutzung von Gold weltweit unmöglich. Die Pläne dafür sind längst fix und fertig, wichtige Länder haben bereits - gut getarnt - entsprechende gesetzliche Vorschriften erlassen. Sicher ist, an diesen Maßnahmen werden sich alle Länder beteiligen (müssen), weil sie empfindlichen Störungen im internationalen Kapital- und Wirtschaftsverkehr entgehen wollen. Es bleiben keine Schlupflöcher.  

Natürlich kann es noch ein paar unbedeutende Länder geben, die sich diesen international abgestimmten Aktionen nicht anschließen. Die werden dann einfach vom Kapitalverkehr ausgeschlossen. Dort ist es dann ebenfalls unmöglich, Gold zu Geld zu machen.
 

Für die weltweite Verbreitung sorgt die Finanzindustrie. Die ist faktisch längst pleite und verursacht früher oder später den finalen Kollaps. Anschließend kümmert sie sich hingebungsvoll darum, dass die zu ihrer vermeintlichen Rettung notwendigen staatlichen Maßnahmen weltweit flächendeckend zur Anwendung kommen. Wer nicht freiwillig mitmacht, wird erpresst. Nehmen wir als Beispiel die Schweiz. Deren beiden Großbanken UBS und Credit Suisse sind, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, wie alle anderen TBTF-Banken bankrott ("Die schweizerische Schuldenbombe - Großbanken haben jeden Schweizer potentiell mit einem Risiko von 4.500.000 CHF exponiert", HEISE-TELEPOLIS, 01.01.2011, hier). Kommt es zur finalen Katastrophe braucht die Schweiz internationale Unterstützung, um einem Staatsbankrott zu entgehen, bzw. seine Folgen zu meistern. Also muss das Land zu den anderen ins Boot steigen, sonst geht es unter. Die Rettung hat ihren Preis. Wie anfällig die Souveränität der Eidgenossen mittlerweile ist, zeigt die Abschaffung des ehemals legendären Schweizer Bankgeheimnisses auf (massiven) Druck der US-Regierung (hier). Übrigens, gut zu wissen: "Das Bail-In ist in der Schweiz bereits beschlossene Sache und wird im Notfall schlicht und einfach durchgeführt" (aus "Was wir über den Bail-In nicht wissen sollen...", VIMENTIS, August 2013, hier). 

Das absehbare Verbot kriminalisiert den Goldbesitz. Schlupflöcher gibt es keine, der Umgang mit Gold wird illegal, höchstens noch ein Fall für den Schwarzmarkt. Die Risiken sind erheblich. Wer will so etwas ernsthaft auf sich nehmen? 

Für uns sind die Gold-Junkies (Anm. d. Verf.: wahrscheinlich sollte es besser Gold-Esel heißen!) arme Schweine. Sie hoffen auf ein Wunder, das es nicht geben wird. Statt in der Krise handlungsfähig zu bleiben, werden diese Leute mit ihrem "Schatz" ständig auf der Flucht sein müssen. Natürlich werden Ronald Stöferle, Thorsten Polleit, Marc Faber (um nur einige der sehr geschätzten Experten zu nennen) und Kollegen bis zum bitteren Ende das Gegenteil behaupten - schließlich wollen Sie mit Gold gute Geschäfte machen. Die Einlagerung in Goldspeicher oder Zoll(frei)lager bietet keinerlei Sicherheit vor dem Zugriff des Staates (u. a.: 'Zollfreilager unter der Lupe: Milliardenschätze im Visier der Finanzkontrolle', NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, 14.04.2014, hier). Entsprechende Empfehlungen sind reine Verarschung (Entschuldigung für dieses harte, eigentlich nicht druckreife Wort, aber es trifft den Nagel auf den Kopf) - nichts als ein übler Verkaufstrick. Hin und wieder begegnen wir sogar der Behauptung, bei den Zoll(frei)lagern handele es sich um exterritoriale Gebiete (Erklärung Exterritorialität: hier), auf die der jeweilige Staat, in dem sich das Lager befindet, keinen Zugriff habe. Das ist völliger Nonsens. 

Noch ein paar Worte zu Marc Faber: Als Schutz vor den drohenden Krisen wird Faber nicht müde, Investments in Gold zu empfehlen. Für die Einlagerung vertraut er den asiatischen Nationen, weil er den westlichen Regierungen zutraut, den Anlegern ihr Gold wegzunehmen (aus: 'Marc Faber warnt: Banken sind nicht sicher – Gold kann konfisziert werden', Finanzen100, 26.08.2013, hier). Immerhin spricht er die Gefahr eines Goldverbotes an. (...) Warum ausgerechnet das kommunistische China (via Hongkong) oder das winzige Singapur (dort residiert die größte Auslandsniederlassung der Schweizer Bank UBS) von ihm als sicher eingestuft werden, bleibt aber bis heute sein Geheimnis. Hongkong fürchtet zunehmend den Einfluss Pekings (hier) und Singapur möchte sein Image als Steueroase loswerden (hier). 

Deshalb unser Fazit: Investitionen in Gold ist etwas für Spekulanten, nicht für Sparer. Hände weg von Gold als Krisensicherung. Es ist eine Illusion und wird garantiert nicht funktionieren. Die Staaten vergreifen sich an den Ersparnissen und Vermögen ihrer Bürger - rücksichtslos und ohne jeden Skrupel. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht; auch ein per Gesetz legalisierter Diebstahl. Die deutschen Sparer sind besonders übel dran; dort hat sich der Staat die Erlaubnis zur Enteignung seiner Bürger bereits bei der Gründung der Bundesrepublik mit Weitblick in die Verfassung geschrieben. Einzelheiten regelt Art. 14 GG, einfach mal hier nachlesen. Das ist keine Überraschung: Deutschland hat sich schon früher an den Ersparnissen seiner Bürger vergriffen."

Aus: "Auf ein Wort: Gold", Standpunkt-Ausgabe 947, vom 25.07.2014, hier.

Da war die Welt noch in Ordnung; Wahlplakat aus 1900 für den reupublikanischen US-Präsidentschaftskandidaten McKinley

Quelle: thepulse2016.com