Dienstag, 29. November 2016

Standpunkt 1037: Nachrichten-Ticker, 23. - 25.11.2016


Jetzt, im November 2016, sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Korruption in Deutschland - Globalisierungsgewinner - Krise in Europa - Bankenkrise in Deutschland - Bargeld-Krise in Indien - US-Wahl: Nachspiel 


Quelle: theweek.com


Korruption in Deutschland 
Ein Thema, das in der öffentlichen Wahrnehmung keine große Rolle spielt. Korrupt sind immer nur die anderen, in der europäischen Krise vor allem die Griechen (hier). Der folgende Beitrag gibt uns die günstige Gelegenheit, diese Problematik wieder einmal aufzufrischen:

Kniefall vor dem Auto
(kontextwochenzeitung.de) Die Vorstandsvorsitzenden der drei großen Automobilkonzerne Daimler, Volkswagen und BMW regieren in Deutschland durch. Die Herren Dieter Zetsche, Matthias Müller und Harald Krüger haben den Direktdurchgriff ins Kanzleramt, in Ministerien und Behörden. Sie diktieren Gesetzesinhalte und verhindern die Kontrolle und Ahndung von Gesetzesverstößen. In ihrem Auftrag forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kalifornien vor einigen Jahren persönlich weniger strenge Abgasbestimmungen für Dieselfahrzeuge.
Jüngstes Beispiel: Im Oktober verhinderte Staatssekretär Matthias Machnig in Brüssel, unter Hinweis auf BMW, strengere Grenzwerte für Rußpartikel bei Direkteinspritzern und deren Kontrolle auf der Straße. Der einflussreichste Vertreter der Autokonzerne und gleichzeitig ihr Sprecher ist Dieter Zetsche, der Daimler-Chef.
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Deutschlands Politiker sind korrput, daran gibt es keinen Zweifel (mehr). Dieselgate oder die Betrügereien rund um die Verbrauchswerte sind nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Natürlich haben die jeweiligen Bundesregierungen nicht nur davon gewußt, sondern auch gebilligt. Alles andere ist schlicht undenkbar.

Ganz manchmal wird die Korruption in Deutschland von den Medien abgehandelt. Immer dann, wenn Fälle öffentlich werden. Verschämt zurückhaltend berichten dann die Einen, offensiv die Anderen. Leider reicht unser Archiv bei diesem Thema nur zurück bis ins Jahr 2005. Trotzdem sind wir fündig geworden und haben ein paar lesenswerte Beiträge ausgegraben. 

Anfangen möchten wir mit einem Beitrag aus dem Juli 2005: "Untreue, Bestechlichkeit, Vorteilsnahme" betitelt DEUTSCHLANDRADIO eine Sendung über "Deutschland und die Korruption". Die Einleitung: "Die Nachrichten sind voll von Meldungen über Fehlverhalten bei renommierten deutschen Unternehmen. Bestechung, Korruption, Untreue gehören jedenfalls zum deutschen Alltagsleben. Transparency Deutschland geht davon aus, dass nur fünf bis zehn Prozent aller Korruptionsfälle bekannt werden. Kann die Öffentlichkeit nur die Spitze des Eisbergs sehen?" Mehr hier

Ein knappes Jahr später bringt HEISE/TELEPOLIS ein Interview mit "Albrecht Müller über primitive Ideologie und politische Korruption in Deutschland". Überschrift: "Verkommene Sitten". Mehr hier

Im gleichen Jahr nimmt sich auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) des Themas an. "Politische Korruption in Deutschland – ein verschwiegenes Fundamentalproblem?" betitelt  Bernhard Suttner, damals Landesvorsitzender der ödp-Bayern, einen Vortrag am 26.10.2006, auf der 9. Speyerer Demokratietagung. Vieles stimmt nachdenklich, seine Lösung halten wir für wenig erfolgversprechend: "Kritische Öffentlichkeit und direkte Demokratie sehe ich als Instrumente gegen politische Korruption, die aber nur in Kombination das Problem wirksam bekämpfen können." Mehr hier, ab Seite 12. Eine "kritische Öffentlichkeit" erfordert ebensolche Medien und die "direkte Demokratie" benötigt unbestechliche Erfüllungsgehilfen. Die gibt es nicht. 

Im Januar 2009 beschäftigen sich namhafte Autoren für die "APuZ", herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), einer Beilage der Wochenzeitung DAS PARLAMENT,  ausführlich mit dieser Thematik. Das Editorial: 
"Korruption wird in Deutschland häufig als ein Phänomen unterentwickelter Staaten wahrgenommen, das hierzulande kaum vorkommt. Während Korruption zum Beispiel in Staaten Südosteuropas zur Tagesordnung gehöre, sei Deutschland im Wesentlichen "sauber", so die weit verbreitete Ansicht. Doch dass dies ein Irrtum ist, belegen spektakuläre Korruptionsfälle in der jüngeren Vergangenheit. Selbst bei deutschen Vorzeigeunternehmen ist es zu Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe gekommen. Korruption hat in den reichen Staaten häufig Erscheinungsformen, die im gleichen Maße "weiter entwickelt" sind wie diese Staaten selbst.

Möglichkeiten, solche Delikte strafrechtlich zu ahnden, waren in Deutschland lange Zeit nicht oder nur ungenügend vorhanden. Zwar fanden Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr mit dem "Gesetz zur Bekämpfung der Korruption" 1997 Eingang in das Strafgesetzbuch, aber dennoch war es deutschen Unternehmen noch bis 1999 möglich, Bestechungsgelder als "nützliche Aufwendungen" von der Steuer abzusetzen. Die Bestechung von Angestellten ausländischer Unternehmen ist sogar erst seit 2002 gesetzlich verboten.
Die Skandale in den vergangenen Jahren scheinen mancherorts einen heilsamen Schock bewirkt zu haben. In vielen Unternehmen werden Antikorruptionsbeauftragte ("Compliance Officers") eingesetzt, welche das rechtmäßige Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intern überwachen sollen. Diese freiwillige Selbstkontrolle geht manchen Experten nicht weit genug - sie fordern unter anderem die Einführung eines deutschen Unternehmensstrafrechts, das es ermöglichen würde, statt nur einzelne Personen ganze Unternehmen strafrechtlich haftbar zu machen." Mehr hier.

Zum Schluss noch der Hinweis auf ein Interview mit dem Autor Frank Überall, erschienen am 04.04.2012 unter der Überschrift "Wie Deutschland durch Korruption heruntergewirtschaftet wird" bei den NACHDENKSEITEN. Das Vorwort: "Korruption geht uns alle an. Wir können jeden Tag Opfer solcher kriminellen Machenschaften werden. Bestechung ist nicht nur die abstrakte Bedrohung, die uns bei spektakulären Fällen in den Schlagzeilen begegnet. Dass Schmiergelder erwartet oder gezahlt werden, schadet uns allen: ob nun unser Kaffee teurer wird, ob der Ticketpreis für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Höhe getrieben wird oder ob wir über höhere Steuern überteuerte Bauprojekte mitfinanzieren müssen. Korruption wird in der Öffentlichkeit dennoch nur als vereinzelte Straftat wahrgenommen, ohne die Strukturen zu hinterfragen, die dazu führen. Man gewinnt den Eindruck, öffentliche Kassen und anonyme Großunternehmen sind hierzulande zum Selbstbedienungsladen einer abgehobenen Klasse verkommen. Die Republik der Raffkes, so scheint es, stößt sich dabei den geschmierten Staat so zurecht, wie sie ihn braucht." Mehr hier.

Unser Fazit: Korruption bleibt bis heute ein absolutes Erfolgsmodell, unabhängig von den politischen Systemen. Sie gedeiht jedoch besonders gut in den "vorbildlichen" Demokratien des Westens. 


Globalisierungsgewinner 
Die Korruption ist Mittel zum Zweck. Sie ist unabdingbares Handwerkszeug der Eliten auf ihrem Weg an die Spitze. Es ist nicht immer leicht, sich von dieser Spezies eine Vorstellung zu machen. Einer der sich damit beschäftigt ist der Soziologe Michael Hartmann. Aktuell erklärt er in einem Interview für die NACHDENKSEITEN "Die globale Wirtschaftselite". Eine Pflichtlektüre. Aus der Einleitung: "Alle reden über die globale Macht der Eliten. Über die globale Elite und wie ihr Einfluss die Demokratie zunehmend infrage stellt. In ihrem Interesse liegen Kriege, liegt die Plünderung Afrikas, liegen Sozialabbau, TTIP, CETA und Co. Doch wer ist diese 'globale Elite' eigentlich und wie rekrutiert sie sich? Bedeutet globale Elite, dass Gegenwehr auf nationaler Ebene gar nicht mehr möglich ist?" Mehr hier. 


Krise in Europa 
Seit der Wiederbelebung unseres Blogs haben wir uns noch nicht zu den vielen Krisenherden innerhalb Europas - Politik und Mainstream nennen sie bewußt verfälschend "Eurokrise" - geäußert. Das wird sich ändern. Wir wollen jedoch der Entwicklung nicht vorgreifen. In den kommenden Monaten ergeben sich für uns reichlich Möglichkeiten, an Hand von aktuellen Beiträgen der Referenzmedien, Europas Krise zu kommentieren. Garantiert. Brexit, Flüchtlingskrise und Griechenland werden wir in den nächsten Wochen als Schwerpunktthemen behandeln. 

Andererseits wollen wir nicht mehr auf jede buntbemalte Sau springen, die täglich durchs mediale Dorf gejagt wird. Wir haben in der Vergangenheit schon gründlich zu den Folgen der Finanzkrise für Europa mit klaren Worten Stellung bezogen. Nichts davon müssen wir zurücknehmen, alles passiert so wie von uns erwartet. 

Natürlich entwickelt sich die Finanzkrise bis zum finalen Kollaps nur im Schneckentempo. Damit das so bleibt, bilden Finanzindustrie, Notenbanken und PolitikerInnen weltweit eine schlagkräftige Allianz, die alle zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt. Und wenn ihnen die Sache hier und da kurzzeitig außer Kontrolle gerät? Kein Problem: schnell ist ein Gerücht gestreut, irgendwo auf der Welt eine politische oder militärische Krise entfacht, ein Terroranschlag in Auftrag gegeben und eine humanitäre Katastrophe verursacht, um die Menschheit vom Versagen in der Finanzkrise abzulenken. So geht Krisenpolitik Anfang des 21. Jahrhunderts. 

Kritische Stimmen sind selten. Da ist es schon auffällig, wenn sich ein hoher kirchlicher Würdenträger zu einem Kollateralschaden äußert, den die europäischen Krisenmanager so gewollt und verursacht haben. Es geht um die Großbaustelle Europas, das Feldversuchslabor Griechenland. Zu Wort meldet sich Justin Welby, Englands ranghöchster Geistlicher: "Archbishop of Canterbury: You turned Greece into the 'biggest debtor’s prison in European history'". Eine bemerkenswerte Rede, die an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig lässt. Vergleichbares stände auch den religiösen Vertretern der christlichen Kirchen hierzulande sehr gut zu Gesicht. Wir freuen uns natürlich auch über eine Wortmeldung aus dem fernen Rom! Schweigen die Herrschaften, weil das Führungspersonal der mit ihnen in aller Frömmigkeit verbundenen christlichen Parteien so viel Blut an den Händen hat? Wir wissen es nicht, aber es ist erstaunlich, wie schweigsam alle Würdenträger der großen Kirchen in Deutschland sind, angesichts von Tod und Verderben, welches die deutsche Krisenpolitik über Südeuropa und die Flüchtlinge im Mittelmeer bringt. Gefunden haben wir den Abdruck dieser Rede vor wenigen Tagen bei DEFEND DEMOCRACY (hier). Uns ist nicht bekannt, dass eines der deutschsprachigen Qualitätsmedien sich mit dieser Rede beschäftigt hat.  
 
Bröckelt die deutsche Hegemonie in Europa?
(heise.de/telepolis) Der Streit zwischen der EU-Kommission und der deutschen Regierung eskaliert. Wie tief geht der Bruch? Mehr...

Bedauert da einer, dass Wolfgang Schäuble ein bisschen der Wind ins Gesicht bläst? Nicht nötig, Deutschland bleibt Chef im europäischen Ring. Das Land hat sich seit der Einführung des Euros - auf Kosten der eigenen Bürger - riesige Vorteile gegenüber seinen Nachbarn verschafft, die wird es nie und nimmer freiwillig hergeben. Berlin holt heute nach was dem "GröFaZ" damals nicht gelungen ist, es macht sich Europa untertan. Glücklicherweise ist es "nur" ein Wirtschaftskrieg, den Deutschland gegen seine Nachbarn führt. So bleibt wenigstens die Gewissheit, dass am Ende nicht Millionen Todesopfer zu beklagen sind. Viele Tausende werden es trotzdem sein, wenn alles vorbei ist.

Kampf gegen Populismus: Das neue Selbstbewusstsein der EU
(spiegel.de) Ist der Dreifach-Schock von Brexit, Türkei-Putschversuch und Trump-Wahl heilsam für Europa? Die EU zeigt erste Anzeichen einer Rückbesinnung auf ihre Werte - und den Willen, sie offensiv zu vertreten. Mehr...

Unser Kommentar ist an dieser Stelle ein Zitat des britischen Historikers Paul Kennedy: "Man braucht ziemlich viel Phantasie, um sich ein politisch geeintes Europa vorzustellen, das auch militärisch eine entscheidende Rolle in der Weltpolitik übernimmt - und mehr wäre als ein Handels- und Wirtschaftsblock"

Türken empört über EU-Parlamentsbeschluss: "Wir hätten mehr Dankbarkeit erwartet"
(spiegel.de) Das Europaparlament will die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stoppen. Präsident Erdogan reagiert empört, bezeichnet das Votum als "bedeutungslos". Auch türkische Oppositionelle kritisieren die Resolution. Mehr...

Gut gebrüllt, Papierlöwe Europaparlament. Der türkische EU-Beitritt - noch so eine Krise für Europa. Und keine Lösung in Sicht. Berlin und Brüssel werden es vermasseln, da sind wir uns sicher. Erdogan führt Europa vor und niemand hat Schneid, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Das ist beschämend. Oder hält Washington schützend die Hand über ihn? Schließlich wird die Türkei in Syrien gebraucht, um vermeintlich US-amerikanische Interessen zu vertreten.


Bankenkrise in Deutschland 
Es gibt sie immer noch, die Problembanken. Die Gründe sind vielschichtig, das Ergebnis ein dickes Minus. In Deutschland steht nicht nur die Deutsche Bank unter Wasser.

Germany's NordLB Bank: "40% Of Our Shipping Loan Book Is Non-Performing"
(zerohedge.com) The challenges facing Germany's second-largest shipping lender, German Landesbank NordLB first emerged this summer, when we reported that the bank was considering taking full control of its smaller, distressed peer, Bremer Landesbank (BLB), which was struggling under the weight of a portfolio of bad shipping loans in what effectively constituted a state-backed bailout. BLB, of which NordLB already owns 54.8%, had warned that it would have to take a €400m writedown on its shipping portfolio, and that as a result it was facing a “mid-triple-digit million loss” this year. As Germany's Handelsblatt wrote back in July, "shipping loans have brought Bremer LB into distress and the bank can not survive without government help, but a direct capital injection from Lower Saxony now looks unlikey."
The situation was ultimately "resolved", when NordLB said in September that it would take full control of Bremer Landesbank (the transaction is expected to close in January 1 2017), with BLB's balance sheet being absorbed by that of its bigger Landesbank peer, however it also meant that NordLB would wind up holding even mor e impaired shipping loans.
Then, the full extent of NordLB's problem shipping exposure was revealed today, when during a call with reporters, designated CEO Thomas Buerkle said that awhopping € 8 billion, or 40 %, of its shipping loan book was non-performing and that NordLB wants provisions to cover 50% of NPLs by year-end, vs 44% now, to limit balance sheet risks.
The revelation came amidst a broader warning that NordLB was facing a loss of " more than  € 1bn" this year , as a result of the latest shoring up of reserves against losses on  its portfolio of shipping loans.
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Bargeldverbot in Indien  
Wir wollen unsere LeserInnen über die Entwicklung dort natürlich auf dem Laufenden halten. Deshalb die beiden folgenden Beiträge:

The "Black Money" Backlash: These Are The Illegal Workarounds To India's "Cashless" Chaos
(zerohedge.com) Over two weeks after India's abrupt demonetization of high denomination banknotes on November 8, the cash-driven economy still remains largely in a state of standstill, particularly the rural parts of the nation, where the government's attempts to restock banks with "new" cash (even with the use of army helicopters) have failed to re-normalize commerce. As a result, the local population of business owners, unable to spend or deposit their "sackfuls of large bank notes amid India’s crackdown on hoarding cash", is taking matters into its own hands, and as the WSJ explains, has started paying employees months of salary in advance, ringing up bogus sales and even buying gold they can smuggle overseas to get rid of stashed money or conceal its source.
The problem is that such workarounds are illegal and threaten to undercut the very premise behind Prime Minister Narendra Modi’s shocking move to cancel India’s highest-denomination rupee bills, which was meant to punish tax evaders and other criminals and bring more of the nation’s $2 trillion economy out of the shadows. As we explained previously, it was also meant to eliminate as much as $50 billion (or more) of the country's debt.
And, as the paper notes, if Mr. Modi’s unprecedented social-engineering project fails to net too many of the biggest tax cheats, he risks further incurring the wrath of Indians already frustrated with the pain and economic dislocation the experiment has brought about in its first two weeks.
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India’s Currency Debacle – An Interview with Jayant Bhandari
(lewrockwell.com) The problem is inter alia that the sudden ban of these banknotes has hit the Indian economy quite hard, given that 97% of all transactions in the country are cash-based. Not only that, it has certainly created fresh avenues for corruption – which should have been expected (whether it will succeed in its aim of stamping out other types of corruption remains to be seen – we doubt it). Read more...




Quelle: theweek.com


US-Wahl: Nachspiel
Wir haben in der letzten Standpunkt-Ausgabe bereits davon berichtet, die Kandidatin der Grünen, Jill Stein, will eine Nachzählung der Stimmen in drei Bundesstaaten. Sie hat den Ball aufgenommen, den Experten(?) noch kurz vor Schluss ins Spiel gebracht haben: "Experten zweifeln Trump-Sieg an – wird neu ausgezählt?" schlagzeilt folgerichtig die WELT. Übertreibung inklusive: "Paukenschlag in den USA: Experten empfehlen Hillary Clinton, eine Neuauszählung einzuklagen. Sie haben Hinweise auf eklatante Stimmenunterschiede in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania gefunden." Mehr hier

Es ist schon eine eigenartige Sache, die Koalition zwischen der Grünen und der Kriegstreiberin. Ihre Begründung ist reichlich fadenscheinig: "Stein hat erklärt, sie sei besorgt, dass es Hackerangriffe auf Wahlcomputer gegeben haben könnte" schreibt die SUEDDEUTSCHE in dem Beitrag "US-Wahl: Jill Stein beantragt Neuauszählung in Wisconsin" (hier). Die bösen Russen! Kein Wunder, dass in den USA nach wie vor die Gerüchte ins Kraut schießen. Wir halten uns davon so lange fern, wie wir keine belastbaren Informationen haben. 

HEISE/TELEPOLIS versucht sich in dem Beitrag "USA: 'Kampagne der Grünen zur Nachzählung der Stimmen erfolgreich'" an den Fakten. Der Vorspann: "Computerexperten haben die Korrektheit der Präsidentschaftswahl mit Wahlcomputern bezweifelt, die Grünen haben bereits genug Geld gesammelt, um in den Swing States Wisconsin und Pennsylvania eine Nachzählung zu beantragen". Mehr hier. Stellenweise ist die Faktenlage reichlich dünn. Egal, im Moment gilt: Erlaubt ist, was Spaß macht. 

Deshalb ist offensichtlich der US-Wahlkampf immer noch nicht zu Ende. Warum haben die Demokraten nicht die Nachzählung in Wisconsin, Pennsylvania und Michigan beantragt? Wir freuen uns auf die Antwort.

Unterdessen deutet Michael Snyder von ECONOMIC COLLAPSE die ersten Hoffnungsschimmer in der Ferne: "12 Signs Of Extreme Optimism  In America Now That Donald Trump Has Been Elected". Aus der Einleitung: "The election of Donald Trump has brought a giant wave of optimism to conservative America unlike anything that we have seen  since probably the days of Ronald Reagan. Millions of Americans that were once deeply pessimistic about the future of this country now have hope again thanks to what many consider to be the greatest miracle in the history of U.S. politics. And just like so many of the pre-election polls, the predictions about how  the nation would immediately respond to a Trump victory have turned out to be completely wrong as well." Mehr hier. Der Beitrag macht in den USA die Runde, wir haben ihn bei ZERO HEDGE entdeckt.

In den deutschsprachigen Medien geht das Gezeter über Donald Trump munter weiter. Spritzenreiter sind natürlich die deutschen Edelfedern und Experten. 

Deutschland sollte besser mit dem Schlimmsten rechnen 
(ipg-journal.de) Nach Donald Trumps Wahl geht es vor allem um Schadensbegrenzung. Mehr...

Donald Trump hat sein Amt noch gar nicht angetreten, da geht es schon um "Schadensbegrenzung". Seine Außenpolitik ist bestenfalls rudimentär bekannt, seine Wirtschaftspolitik noch in der Findungsphase. Unter diesen Umständen wäre etwas Zurückhaltung statt wüster Spekulationen sicherlich glaubwürdiger

Amerikas Berlusconi
(project-syndicate-org) In den ersten Wochen nach der Wahl rätselte die Welt, wie sich der designierte US-Präsident Donald Trump nach einem langen Wahlkampf voller widersprüchlicher Äußerungen wohl im Amt verhalten wird und welche Politik er verfolgen will. Die Amtszeiten jener zwei amerikanischen Präsidenten, bei denen es sich ebenfalls um Geschäftsmänner handelte - Warren G. Harding und Herbert Hoover - sind schon zu lange vorbei, um einen Leitfaden zu bieten. Allerdings gibt es einen europäischen Präzedenzfall aus der jüngeren Vergangenheit: Italiens Silvio Berlusconi. Mehr...  

Falls der Autor, immerhin ist es Bill Emmott, ehemaliger Chefredakteur des britischen ECONOMIST, recht behält, muss sich der Westen auf eine lange Amtszeit von Donald Trump einrichten. Silvio Berlusconi war zeitweise sehr beliebt bei den Italienern, während das Ausland meist nur Häme und Spott für ihn übrig hatte. Andererseits ist der Vergleich aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig. Nichts deutet daraufhin, dass Trump ähnlich ausgeprägt die Gesetze mißachten wird, oder völlig ungeniert vor aller Augen Korruption betreibt wie Berlusconi. Offensichtlich hat sich das Trump-Bashing zu einem regelrechten Volkssport unter den Journalisten entwickelt. Donald Trump wird sich dafür revanchieren, so viel ist sicher. Noch halten wir es nicht für sicher, dass er wirklich am 20. Januar 2017 das Amt als 45. US-Präsident antreten darf.

Kontrollfreaks finden das englische Original des Beitrags hier 

Eine aufschlussreiche Wortmeldung haben wir noch in Deutschland gefunden:

Wir hatten zu lange ein falsches Amerikabild
(welt.de) Stark, selbstbewusst, gefeit gegen Ideologien – so sahen wir die USA. Aber vielleicht sind sie gar nicht so amerikanisch, wie wir dachten? Nach Trumps Wahlsieg müssen wir unsere Wahrnehmung ändern. Mehr...

Ein hanebüchener Beitrag. Natürlich hatten "wir" ein falsches Amerikabild. Das wurde nämlich über Jahrzehnte geprägt von einer arschkriecherischen, überschwänglich freundlichen Stimmungsmache in den Medien. Da war kein Platz für Kritik an Washington's Politik. Die war dagegen schon immer geprägt durch Stärke, Selbstbewußtsein und einer sehr eigenwilligen Ideologie, daran wird sich auch unter Trump nichts ändern. Im Namen dieser "politisch-ideologischen Dreifaltigkeit" haben die US-Präsidenten nach John F. Kennedy zahlreiche Krisen entfacht und Amerikas "Grundwerte" mit Füßen getreten. Barack Obama, der leistungslose Friedensnobelpreisträger, ist einer der auffälligsten Vertreter dieser Politik. 

Längst wäre es für die Qualitätsjournalisten an der Zeit gewesen, daran Kritik zu üben und so das vorherrschende "Amerikabild" zu entmystifizieren. Die USA sind eine Oligarchie, die ihre Bürger mit Märchen vom "American Way of Life", mit einer nur in Spurenelementen vorhandenen Demokratie und viel Frömmigkeit in Schach hält. Diese Fundamente sind aber scheinbar in Auflösung begriffen. An dieser Entwicklung hat die Finanzkrise, die in den USA bereits seit 2007 wütet, einen großen Anteil. 

Obama's nie ernsthaft kritisiertes Erbe beschreibt treffend die folgende Karikatur: 



Quelle: theweek.com


So, das war's für heute.