Donnerstag, 8. Dezember 2016

Standpunkt 1041: Nachrichten-Ticker, 03. - 05.12.2016


Im vergangenen Monat sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Erdogan: Terrorist oder Staatsmann? - Deutschlands schwarze Null: Die Entscheidung - Europa am Ende? - Bargeldverbot - US-Wahl: Nachzählung - US-Wahl: Kaffeesatzleser - Weik & Friedrich: Elitenversagen

Quelle: cartoonmovement.com

Erdogan: Terrorist oder Staatsmann
Das ist eine Frage, die uns schon länger beschäftigt. Heute haben wir die Gelegenheit, sie an unsere Leserinnen weiterzugeben. Sein Machtmißbrauch, sein Völkermord und seine Kriegstreibereien in der Region, reichen nach unserer Auffassung aus, um die Beitrittsverhandlungen endgültig zu beenden, die Hunderte Millionen Euro Finanzhilfen der EU zurückzufordern und die türkische Mitgliedschaft in der NATO zu suspendieren. Natürlich wird das alles nicht passieren, sondern mit fadenscheinigen Erklärungen gerechtfertigt. 

"Erdogan, the Exterminator" (Quelle: cartoonmovement.com)

Bei dem Völkermord an den Kurden stellen wir uns beispielsweise die Frage, ob der Westen aus den Ereignissen im ehemaligen Jugoslawien oder, noch schlimmer, aus dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda Mitte der 1990er Jahre nichts gelernt hat. Ereignisse, denen er tatenlos zugesehen und dadurch der Mittäterschaft schuldig geworden ist. 

Die Antwort ist zutiefst verstörend: Der Westen macht sich regelmäßig selbst die Hände schmutzig, führt Kriege ohne jede Menschlichkeit, tötet ohne Not mindestens 500.000 Kinder(!) im Irak (hier), lässt täglich ungezählte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer oder in den Flüchtlingslagern verrecken, sucht sich bei seinen Kriegen (gegen den Terror) blutrünstige Verbündete unter den Terroristen, oder liefert Waffen mit der sicheren Gewissheit, dass damit Krankenhäuser beschossen, sowie Frauen und Kinder getötet werden (nicht ohne sie vorher - oft auch erst nachher - noch schnell zu Terroristen zu erklären). Natürlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollzähligkeit, bei der Vielzahl an blutigen Streitigkeiten ist das auch nicht unser Anspruch. 

Nicht vergessen werden darf dabei, dass es häufig - nach eigenen Aussagen - tiefgläubige, christliche Politiker sind, die für diese Unmenschlichkeit verantwortlich sind. Staatsfrauen wie Angela Merkel oder Staatsmänner wie US-Präsident Barack Obama, oder der frühere protestantische Pfarrer Joachim Gauck (heute sehr beliebter Bundespräsident der Deutschen), stellen sich an die Spitze der Verfechter dieser humanitären Katastrophen. Nur zur Erinnerung. Es waren fromme Christen, Pfaffen und der Pabst inklusive, die A. H. bei seiner Schreckensherrschaft unterstützt haben, an dessen Ende geschätzte 60 - 70 Millionen Menschen weltweit ums Leben gekommen sind. Davon zumindest, Gott sei Dank, sind unsere heutigen Kriegstreiber noch ein gutes Stück weit weg. 

Vor diesem Hintergrund lässt sich die in der Überschrift gestellte Frage relativ leicht beantworten: Erdogan ist ein Staatsmann. Der darf das, befindet sich dabei in allerbester Gesellschaft.

Quelle: latuffcartoons

Gerade deshalb wurmt uns die Hinterlist, mit der diese Leute ihre Kriegspolitik, weit weg von medialer Aufmerksamkeit, betreiben. Da tut es uns gut, wenn doch hier und da eine Meldung bei der Zensur durchrutscht und das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Und sich bestätigt, was bisher nur von Indizien erfasst war.

Exclusive: WikiLeaks documents highlight sinister relations between Erdogan and ISIS
(thepressproject.gr) The connection of the Turkish president Recep Tayyip Erdoğan's family with the oil smuggling of the "Islamic State" is revealed after Wikileaks΄ revealing of emails from the Turkish energy minister, and Erdoğan΄s son-in-law, Berat Albayrak. Albayrak's emails seem to confirm the not-so-recent accusations, since the energy minister is appealing to be the "unofficial" owner of the oil company Powertrance which is importing oil from the Isis΄ land in Northern Irak to Turkey. Read more...

Quelle: cagle.com


Der österreichische STANDARD hat vor wenigen Wochen ein brisantes Thema, mit deutscher Beteiligung, aufgegriffen:

Österreichische Waffen gegen Zivilisten in der  Osttürkei
(derstandard.at)  Türkische Sonderkommandos setzen in den Kurdengebieten offenbar Scharfschützengewehre österreichischer Herkunft gegen Zivilisten ein. Dem grünen Abgeordneten Peter Pilz zufolge verwenden Sniper der Polizei Steyr-Gewehre. (...) Im Herbst 2011 waren 600 Stück der Gewehre aus Österreich an die Firma Kilic Feintechnik nach Deutschland geliefert worden. Diese Firma ist auf die Montage von Zielfernrohren spezialisiert. Kilic hatte die Ausfuhr der Gewehre an die türkische Polizei beantragt, was von den deutschen Behörden genehmigt wurde, wie die Beantwortungen parlamentarischer Anfragen im deutschen Bundestag belegen. Die Folge: "Schüsse 'auf alles, was sich bewegt'." Mehr...

Quelle: toonpool.com

Statt wortreich zu kommentieren lassen wir lieber Bilder sprechen. Die sagen bekanntlich "mehr als 1000 Worte"


Deutschlands schwarze Null: Die Entscheidung
Staatsmännisch tritt Wolfgang Schäuble nie auf. In unseren Augen ist er ein finanzpolitischer Terrorist, der seinen Gegnern regelmäßig die Pistole auf die Brust setzt, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Immer mit Erfolg.

Kein Ende der Sparpolitik: Schäuble setzt sich gegen Brüssel durch
(n-tv.de) Die EU will Länder wie Deutschland dazu bringen, mehr Geld zu investieren, um die Wirtschaft der Eurozone anzukurbeln. Doch Deutschland und andere Länder wehren sich dagegen - es bleibt bei vagen Formulierungen.
Die EU-Kommission ist mit ihrem Vorstoß gescheitert, Länder wie Deutschland für das kommende Jahr auf zusätzliche Investitionen zur Ankurbelung der Konjunktur in der Eurozone zu verpflichten. Die Euro-Finanzminister hätten sich nicht darauf verständigt, "dafür eine Zahl festzulegen oder dies zum Ziel zu erklären", sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel.
In einer Erklärung der Euro-Finanzminister hieß es lediglich, der Vorschlag der Kommission werde "zur Kenntnis genommen".
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Politische Blindgänger, beide Seiten. Die Chancen stehen aber gut, dass Schäuble sich irgendwann wenigstens moralisch für den Mist verantworten muss, den er als Bundesfinanzminister in Europa produziert hat. Klar, noch wird er zu Hause für seine unnachgiebige Haltung gefeiert. Aber wie das so ist bei den freudetrunkenen "Feierbiestern", der Kater kommt garantiert. 

Wir bleiben bei unserer fest zementierten, weil fundierten, Meinung: Der Mann ist eine fachliche Niete. Schäuble ist ein lupenreiner Lobbyist, mehr nicht. Er vertritt nicht die Interessen der Bürger, nein, er sorgt sich nur um das oberste 1%. 

Quelle: despora.de

Europa am Ende?
Die Totenglocken läuten für Europa, da sind wir uns sicher. Schuld darin ist aber nicht das Brexit-Votum, die jüngste Abstimmung der Italiener über das Verfassungsreferendum, die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten, die Flüchtlingskrise, oder was sonst noch an Gründen von den sogenannten Experten durch die Medien geschleift wird. Das sind überschaubare, vergleichsweise einfach zu handhabende Probleme. Europa wird an der Unfähigkei scheitern, seine wirtschaftliche Kraft und seine früheren gesellschaftlichen Überzeugungen nicht gemeinsam zu einem eigenständigen politischen Machtfaktor in der Welt zu entwickeln. 

Europas Kern, die EU, ist eine Oligarchie. Chefin ist Angela Merkel. Alle anderen tanzen nach ihrer Pfeife: In Europa wird Deutsch gesprochen. Regiert wird nach der Devise des früheren US-Außenministers Henry A. Kissinger: "Das Illegale erledigen wir sofort, das verfassungswidrige dauert etwas länger". Gut zu beobachten im Umgang mit der Finanzkrise und deren Folgen: Statt die Krise zu lösen, wird sie verschärft. Fast täglich können wir an dieser Stelle davon berichten. Nur, um so lange wie möglich den eigenen Hintern zu retten. Vergessen die Volksweisheit "den Letzten beißen die Hunde". Kollabiert die Finanzkrise, ist auch Europa am Ende. Bis dahin wird, unter deutscher Anleitung, weitergewurstelt. Übrigens: Deutsche Gründlichkeit wird es sein, die in Europa eine flächendeckende Enteignung organisiert, reichlich Erfahrung ist vorhanden. Die wird auch Länder treffen, denen solche Maßnahmen völlig fremd sind. 

Die letzte Chance für die EU?
(blog.arbeit-wirtschaft.at) Ein halbes Jahr nach dem Brexit-Votum befindet sich die EU in einer Existenzkrise. Der Zorn und die Enttäuschung der arbeitenden Bevölkerung beschränken sich nicht allein auf Großbritannien. Die durch die EU geförderte Austeritäts- und Wettbewerbspolitik hat nur eine kleine Minderheit profitieren lassen. Zeit für eine Umkehr im Interesse breiter Mehrheiten: Eine glaubwürdige europäische Säule sozialer Rechte und ein soziales Fortschrittsprotokoll könnten ein Grundstein dafür sein. Mehr...

Was in diesem Beitrag beschrieben wird, deckt sich nicht mit den Plänen der "marktkonformen" Demokraten. Die nutzen die Finanzkrise bereits seit Jahren, um die sozialen Rechte in Europa bis auf die Grundmauern zu schleifen. Wegen fehlender Gegenwehr mit großem Erfolg. Heute noch eine Umkehr zu fordern ist nicht besonders scharfsinnig.

Kein Trump-Effekt in Österreich und Italien: Aufwachen! Der Rechtspopulismus ist nicht das Kernproblem der EU
(stefanleichnersblog) Das sind die Nachrichten, auf die ganz Europa und die Finanzmärkte gespannt gewartet haben: Norbert Hofer, der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ hat die österreichische Präsidentschaftswahl verloren. Italiens Premier Matteo Renzi ist mit seinem Verfassungsreferendum in Italien gescheitert. Mehr...

Wie gewohnt, ein lesenswerter Beitrag von Stefan Eichner. Verständlich geschrieben und eine würdige Alternative zu den Informationen, die von den Führungsmedien verbreitet werden. Wir teilen nicht alle seine Argumente, lassen uns aber gerne davon inspirieren.


Bargeldverbot
Mit den folgenden beiden Beiträge möchten wir unsere LeserInnen auf dem Laufenden halten. Unsere Haltung zu diesem Thema setzen wir mittlerweile als bekannt voraus.

These Countries Have Nearly "Eliminated Cash From Circulation" 
(zerohedge.com) The cashless society is catching up to all of us. 
Most of Europe has shifted that way, and now India is forcing the issue. In the United States, people are being acclimated to it, and may soon find that no other option is practical in the highly-digitized online world.
Once that takes hold, the banksters, bureaucrats and hackers will have total information on all your transactions, purchasing behavior, profiles about consumers, political and social background history and even predictive behavior, allowing them to control the population with ease.
If/when a major crisis hits, nothing will work if the grid goes down; nothing will take place that isn’t strictly authorized – apart from a barter and precious metals exchange system that will be marginalized to the pre-digital ghetto.
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Yes Prime Minister Modi: You Are Right. "In India Even Beggars are Going Cashless" 
(globalresearch.ca) Prime Minister, you said that in India even Beggars are going Cashless. You are absolutely true. I keep seeing the Whatsapp message that you work for 18 hours a day, haven’t taken a single leave for the last many years, left your family. All these sacrifices you are making to take India to a digital world. Then why poor should be left out of this digital revolution. They should not. They should also go cashless. By this act they would only contribute to eradicating Black money. Of course, they have accumulated black money through years of hard earned savings, but just saved in a few thousands. Read more...

Quelle: globalresearch.ca



US-Wahl: Nachzählung
Es herrscht wieder Wahlkampf und beide Seiten kämpfen mit Haken und Ösen. Die folgenden Beiträge halten unsere LeserInnen auf Augenhöhe mit den Ereignissen.

Quelle: theweek.com


Michigan Recount Devolves Into Chaos As Multiple Federal Lawsuits Filed
(zerohedge.com) Yesterday we noted that the recount process in Michigan had seemingly devolved into chaos after multiple state and federal lawsuits had been filed by several parties. In addition to the efforts of Stein and Trump to argue their case before the Election Commission, the Michigan Attorney General also filed a lawsuit alleging that "If allowed to proceed, the statewide hand recount could cost Michigan taxpayers millions of dollars and would put Michigan voters at risk of being disenfranchised in  the electoral college." Read more...

Trump's Lead in PA Shrinks By 22,000 Votes
(zerohedge.com) Reports are claiming that D onald Trump’s lead over Hillary Clinton  in  the Pennsylvania popular vote has shrunk by some 22,000 votes as some counties wrap up counting overseas ballots and settled provision al ballot challenges.
According to Philly Voice, an updated count Friday by state election officials shows Trump’s lead over Democrat Hillary Clinton has shrunk from 71,000 to 49,000.
If this new number is accurate, Trump’s lead is at 0.8 percent, down from more than 1 percent. That is still shy of Pensylvania’s 0.5 perce t trigger for an automatic statewide recout.
On Monday, Jill Stein of the Green Party filed a lawsuit in Pennsylvania seeking a statewide recount of presidential votes in a continuation of her mission to contest the election results in three key voting states.
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The First Defection: Republican Elector Writes In NYT Op-Ed Why He Won't Be Voting For Trump
(zerohedge.com) A Republican member of the Electoral College, Christopher Suprun, has published an op-ed in the NYT explaining on Monday explaining why he will not be casting his vote for Donald Trump.
"The election of the next president is not yet a done deal," Texas elector Suprun writes the New York Times article. "Electors of conscience can still do the right thing for the good of the country. Presidential electors have the legal right and a constitutional duty to vote their conscience."
If Suprun follows through on his promise next month, he would become the first "faithless elector" since 2004.
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Für Donald Trump ist die Messe noch nicht gelesen. Wir halten es nach wie vor für möglich, dass er ausgeknockt wird. Selbst wenn er das bisherige Ergebnis in das Electoral College rettet, bleibt immer noch die spannende Frage, ob alle "seine" Electors ihm auch die Stimme geben. 

Quelle: theweek.com


"Jede Wahlmaschine kann gehackt werden"
(heise.de/telepolis) Andrew Updegrove über Manipulationsmöglichkeiten von Wahlmaschinen in den USA und den Nachweis von Fälschungen.
Der überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahl, den keine Wahlprognose vorhergesagt hatte, und der knappe Vorsprung von Donald Trump in einigen Swing States hat Zweifel gesät, ob das Wahlergebnis korrekt zustande gekommen ist. Jill Stein, die Präsidentschaftskandidatin der Green Party, beantragte daraufhin die Neuauszählung der Stimmen in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania, das Trump-Lager hat dagegen geklagt. Mehr...

Daran gab es schon vorher keinen Zweifel. Trotzdem ist es gut, wenn die Vermutungen "fachmännisch" bestätigt werden.


US-Wahl: Kaffeesatzleser
Wir glauben, bis nach der Abstimmung am 19. Dezember ist noch nichts definitiv entschieden. Hinzu kommt, dass sich Donald Trump und sein Kabinett der Milliardäre über ihre Pläne bisher noch sehr verschwiegen geben. Offensichtlich reichen Trump's Personalentscheidungen bereits aus, um in deren Kaffeesatz zu lesen. Daran wollen wir uns nicht beteiligen. Wir warten ab, bis belastbare Informationen vor uns liegen. Das hält uns aber nicht davon ab, eine kleine Auswahl von Beiträgen dieser Spurensucher und Kaffeesatzleser vorzustellen. Immerhin gibt es reichlich Nachdenkfutter.

The Dangerous Deception Called The Trump Presidency
(defenddemocracy.press) The project called the Trump Presidency has just two months before its formal beginning. Yet already the hopes and fantasies of much of the world are making him into something and someone Donald Trump most definitely is not. Donald Trump is yet another project of the same boring old patriarchs who try again and again to create a one world order that they control absolutely, a New World Order that one close Trump backer once referred to as universal fascism. Ignore the sometimes fine rhetoric in some of his speeches. Talk is cheap. If we consider rather the agenda that’s taking form even in these very early days of cabinet naming, we can see that Donald Trump is the same agenda of war and global empire as Obama, as Bush before him, as Bill Clinton and Clinton’s 'tutor', George H.W. Bush before him. There is no good side to what the world is about to experience with President Trump. Read more...


Die Trump-Gefahr für die US-Wirtschaft

(heise.de/telepolis) Seit dem Wahlsieg des angeblichen "Nicht-Kandidaten" der Wall Street, erlebt man dort statt des Einbruchs eine "Trump Rally".
Einige hatten sogar einen Börsen-Crash vorhergesagt, sollte Donald Trump die Präsidentschaftswahlen gewinnen. Fabuliert wurde davon, Clinton sei die Kandidatin der Wall Street und schon eine Umfrage, die den Sieg des republikanischen Kandidaten in Aussicht stellte, habe "für Schweißausbrüche bei den Investoren an der Wall Street gesorgt".
Doch das Gegenteil ist der Fall, es hat eine regelrechte "Trump-Rally" eingesetzt und der US-Dollar gewinnt deutlich an Wert. Man kann sogar schon von Blasenbildung sprechen, die bei der kommenden Ernüchterung platzen wird, da ein starker Dollar auch die Exporte belastet.
Dass die US-Notenbank quasi gezwungen ist, nun die Leitzinsen zu erhöhen, wird die Konjunktur zusätzlich genauso belasten wie der Trump-Isolationismus. Das alles dürfte, wie ein gestiegener Ölpreis, auch negativ auf Investitionen und den US-Arbeitsmarkt wirken. Mehr...

Ein sehr einseitiger Beitrag, der hauptsächlich von Mutmaßungen lebt. Offenbar plagen den Autor schwere Albträume, weil er scheinbar fest daran glaubt, dass mit Donald Trump demnächst die Welt untergeht. Mitnichten, so viel ist heute schon sicher. Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Welt wird sich weiterdrehen, sollte Trump die Nachzählungen und die Abstimmung am 19. Dezember schadlos überstehen.

Der Abschied vom Westen
(project-syndicate.org) Mit der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA ist er wohl besiegelt, der Abschied von dem, was man bis dato "den Westen" nannte. Mit diesem Begriff war eine transatlantische Welt gemeint, die aus den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts hervorgegangen war und über den vier Jahrzehnte dauernden Kalten Krieg hinweg eine feste Form angenommen und bis in  unsere Gegenwart  hinein den Globus dominiert hatte. Mehr...

Sogar der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer betätigt sich als Kaffeesatzleser. Das taugt schon per se nicht viel. Die Sache wird noch schwieriger, weil er auch noch von einer völlig falschen Annahme ausgeht: "Den Westen" so wie er ihn beschreibt, hat es nie gegeben. "Westen" waren die USA, der ganze Rest sind Wasserträger, Hilfswillige, Vasallen, etc. Daran, da sind wir uns sicher, wird sich auch zukünftig wenig ändern. Die USA haben auch unter Donald Trump geopolitische Interessen, die sie nicht alleine durchsetzen können. 

An einer Stelle hat Joschka Fischer jedoch absolut recht: "Europa kann die Führungsrolle nicht übernehmen; dazu ist es viel zu schwach und zu zerrissen." Zum Glück. Machtpolitik bedeutet militärische Aufrüstung. Davon muss Europa die Finger lassen. 

Wer möchte, der findet die englische Ausgabe des Beitrags hier

Unser Mann in DC: Warum Europa Trump nicht hassen, sondern lieben sollte
(zeit.de) Manche Satiren schreiben sich von selber, aber was ist, wenn das Gelächter die Realität übertönt? Seit der Wahl des Donald Trump tobt ein Sturm von Hohn & Empörung durch die Gazetten. Doch wenn der Schock nachlässt, müssten sich zumal die Deutschen auf den Neuen freuen: Er liegt in drei Punkten voll auf unserer Linie. Mehr...

Beiträge von Josef Joffe sind normalerweise mit allerhöchster Vorsicht "zu genießen". Sie sind immer kritikwürdig. Dieser macht eine löbliche Ausnahme und findet deshalb an dieser Stelle Erwähnung. Joffe gibt Trump bei den Themen eine Chance, die für Europa bedeutsam sind. Ohne Häme oder Spott: Bis zum Schluss ist dieser Kommentar eine der wenigen "Sternstunden" des Autors. 


Weik & Friedrich: Elitenversagen
Den Schluss des heutigen Nachrichtentickers bildet ein lesenswerter Beitrag von Matthias Weik und Mark Friedrich, den Autoren diverser Bücher zur Finanzkrise, die wir vor einiger Zeit rezensiert haben (hier). 

Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist es ein "gefälliger" Beitrag. D. h. die Autoren beschreiben die Probleme und ihre Auswirkungen so, dass auch der finanz- und wirtschaftspolitische Laie damit etwas anfangen kann. Erfreulich finden wir außerdem, dass sich die beiden Herren "weiterentwickelt" haben. Damit meinen wir, dass sie noch besser als früher auf den Punkt kommen. Das verdient ein dickes Lob. 

Nach wie vor nicht völlig einverstanden sind wir mit ihrer Meinung über die EZB, den Euro, oder die Steuergerechtigkeit. Da gibt es Diskussionsbedarf, den wir bei anderer Gelegenheit vertiefen werden. An dieser Stelle führt es zu weit. 

Unabhängig unserer Anmerkungen halten wir den Beitrag ohne jeden Vorbehalt für empfehlenswert. Es ist eine hervorragende Zusammenfassung dessen, was momentan im Argen liegt. 

Elitenversagen: Warum Populisten weiter auf dem Vormarsch sind
(heise.de/telepolis) Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort ein Umdenken stattfindet. Ein "weiter so und immer mehr vom Gleichen" ist nicht mehr möglich. Es ist an der Zeit für eine drastische Kehrtwende. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.
Großbritannien und die USA haben gewählt. Die einen die EU ab - und die anderen Donald Trump ins Präsidentenamt. Entgegen aller Horrorszenarien sind weder Großbritannien noch die USA im Meer versunken, noch sind die Märkte nachhaltig eingebrochen. Nein, sie sind sogar gestiegen. Mit der für uns keineswegs überraschenden Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die Eliten nach dem Brexit abermals auf dem falschen Fuß erwischt. Mehr...

Die Eliten werden nicht umdenken, sie verfahren weiter nach der Devise "Geld regiert die Welt", gültig seit Menschengedenken. Populisten sind da keine Gefahr.

So, das war's für heute. Der nächste Standpunkt erscheint erst wieder am Wochenende.