Samstag, 4. Februar 2017

Standpunkt 1064: Nachrichten-Ticker, 28. & 29.01.2017


Im vergangenen November sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate noch Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Donald Trump: A Beast? - Bargeldverbot in Europa (2) - Handelskrieg USA vs. Deutschland - Griechenlandkrise: EU vs. IWF - Kriegstreibereien
 

"America first" (Quelle: truthdig.com)

Donald Trump: A Beast?
Der 45. US-Präsident verbreitet schon nach wenigen Tagen im Amt Angst und Schrecken. Trump führt in der internationalen Politik neue Umgangsformen ein: Herrsch- und streitsüchtig zwingt er der Welt seinen Willen auf, egoistisch und rücksichtslos. Mit Diplomatie, der Kunst und Praxis des Verhandelns, hält sich D. T. erst gar nicht auf. 

Bis jetzt sieht es so aus als sucht Trump, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit der ganzen Welt Streit. Niemand ist vor ihm sicher. Es trifft nicht nur Amerikas Feinde, sondern auch seine langjährigen Freunde und Verbündeten. Außerdem die schwächsten der Schwachen, die Opfer US-amerikanischer Kriegsspiele rund um den Globus, mit denen der amerikanische Supermacht-Anspruch bewahrt werden muss. Den einen droht er mit Handelskrieg, den anderen verweigert er als Flüchtling die Einreise.

Der sehnsüchtige Wunsch vieler "Experten" in den Wochen seit der Wahl, Donald Trump werde als Präsident im Amt Ton und Forderungen mäßigen, erfüllt sich bisher nicht. Gut möglich, dass er sogar noch nachlegt, wenn sich die ersten präsidialen Mißerfolge einstellen. Chancen dafür gibt es genug.

Im Weißen Haus regiert ein Unberechenbarer
(heise.de/telepolis) Wutausbrüche, Lügen vor der Presse, radikale Erlasse: Trump lässt sich von niemandem zähmen, selbst enge Berater verzweifeln. Der US-Präsident regiert wie ein Unterschriftenautomat - und hat noch große Pläne. Mehr...

Die Ich-Regierung mit dem Dampfhammer: Trump hat allen eine Lektion erteilt
(focus.de) Wann wird Präsident Trump lernen, dass Staaten anders geführt werden müssen als Unternehmen? Die erste Woche seiner Regierungszeit hat gezeigt, dass er versucht, die USA genau so zu leiten, wie er es aus dem Wirtschaftsleben gewohnt ist. Das führt zu Verwerfungen, die sich so rasch nicht korrigieren lassen.
Er sucht sich gerade die Konflikte aus, die er austragen will. Dann wirft er seine Position auf den Tisch und erwartet, dass von anderen darauf rasch reagiert wird. Am liebsten wäre ihm, wenn dann ziemlich schnell für alle sichtbar würde, wie sehr die USA von dieser Verhandlungsmethode profitieren. Aber so geht das in der Staatenwelt nicht.
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Bill Moyers: Donald Trump Is Turning American Democracy into Demolition Derby
(alternet.org) We’re a week into the Trump administration and it’s pretty obvious what he’s up to. First, Donald Trump is running a demolition derby: He wants to demolish everything he doesn’t like, and he doesn’t like a lot, especially when it comes to government.
Like one of those demolition drivers on a speedway, he keeps ramming his vehicle against all the others, especially government policies and programs and agencies that protect people who don’t have his wealth, power or privilege. Affordable health care for working people? Smash it. Consumer protection against predatory banks and lenders? Run over it. Rules and regulations that rein in rapacious actors in the market? Knock ‘em down. Fair pay for working people? Crush it. And on and on. Read more...

Bill Moyers ist in den USA ein bekannter Journalist und politischer Kommentator. Er schreibt seine Meinung klar und leicht verständlich. Ein Beitrag mit reichlich Nachdenkfutter.

Trump Is Putting America on a Path to Warp-Speed National Decline
(alternet.org)
"I do the very best I know how, the very best I can, and I mean to keep on doing so until the end."
That quote comes from Abraham Lincoln, one of our most intelligent presidents — a man of great character and vision. He saw the problems that existed within our nation and worked tirelessly to make our country better for everyone.
Lincoln, like most human beings, didn’t always get it right. Yes, he contradicted himself on a number of occasions, but he led with honor. Lincoln knew that even the divided version of America he had to preside over deserved his best. Today our country seems nearly as divided as it was in those Civil War days. Unfortunately, we have a leader who has disgustingly low expectations. Anyone with access to wifi and the ability to spell "Google" can prove that Donald J. Trump lies almost every time he opens his mouth. I could take it if I thought he was delusional­. But he’s not. He’s just low.
Trump is making our country look bad, as low as his lewd comments about immigrants and women. As low as our country was during the disgusting days of chattel slavery and Jim Crow. And it’s not just his lies, his constant blabbermouthing or his horrible moves, like shutting down EPA grants, muzzling federal employees or closing our doors to war refugees. No, it’s the way he celebrates the ignorance that fuels these half-baked decisions. Read more...

Eine harsche Kritik am neuen US-Präsidenten. Aber lesen Sie selbst, es lohnt sich!

President Trump: Nationalist Capitalism, An Alternative to Globalization? 
(globalresearch.ca) During his inaugural speech, President Trump clearly and forcefully outlined the strategic political-economic policies he will pursue over the next four years. Anti-Trump journalist, editorialists, academics and experts, who appear in the Financial TimesNew York TimesWashington Post and the Wall Street Journal have repeatedly distorted and lied about the President’s program as well as his critique of existing and past policies.  
We will begin by seriously discussing President Trump’s critique of the contemporary political economy and proceed to elaborate on his alternatives and its weaknesses. Read more...

Der Beitrag eines engagierten Trump-Unterstützers, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Der Verfasser, James Petras, selbst umstritten, legt sich mächtig ins Zeug, um Trump's lädierten Ruf zu polieren: 

"Trump is not a 'protectionist', nor is he opposed to 'free-trade'. These charges by the garbage journalists are baseless. Trump does not oppose US economic imperialist policies abroad. However, Trump is a market realist who recognizes that military conquest is costly and, in the contemporary world context, a losing economic proposition for the US. He recognizes that the US must turn from a predominant finance and import economy to a manufacturing and export economy.
Trump views Russia as a potential economic partner and military ally in ending the wars in Syria, Iraq, Afghanistan and Ukraine, and especially in defeating the terrorist threat of ISIS. He sees China as a powerful economic competitor, which has been taking advantage of outmoded trade privileges and wants to re-negotiate trade pacts in line with the current balance of economic power.
Trump is a capitalist-nationalist, a market-imperialist and political realist, who is willing to trample on women’s rights, climate change legislation, indigenous treaties and immigrant rights. His cabinet appointments and his Republican colleagues in Congress are motivated by a militarist ideology closer to the Obama-Clinton doctrine than to Trumps new 'America First' agenda. He has surrounded his Cabinet with military imperialists, territorial expansionists and delusional fanatics."

Für uns klingt das sehr nach den Lobhudeleien in einer Grabrede für einen Verstorbenen und nicht nach einer ernstzunehmenden, kritischen Einschätzung. Immerhin, so wie Trump Gas gibt, lässt sich in 100 Tagen schon eine erste Bilanz ziehen. 

Trump setzt Aufnahme syrischer Flüchtlinge aus
(zeit.de) US-Präsident Trump hat einen teilweisen Einreisestopp für Menschen aus muslimischen Ländern verhängt. Beim Thema Russlandsanktionen stieß er
derweil auf Widerstand.
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"Trump and Refugees"

Trumps Dekret ist unamerikanisch und unmenschlich
(sueddeutsche.de) Der neue Präsident verweigert Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern die Einreise in die USA - und verrät damit uramerikanische Ideale. Nicht nur das macht fassungslos. Mehr...

Einreiseverbot: Trump bedient nur den Hass seiner Anhänger
(zeit.de) Der US-Präsident behauptet, sein Land sicher machen zu wollen. Doch mit dem Einreisestopp für Bürger muslimischer Länder erreicht er das Gegenteil. Mehr...

Einreiseverbot in die USA - Trump kann das Präsidentsein nicht
(sueddeutsche.de) Der US-Präsident weiß offenbar nicht, was er tut. Trump glaubt, ein Land führe man wie ein Privatunternehmen. So stürzt er die USA ins Chaos. Mehr...

Statt eines wortreichen Kommentars von uns nur diese Karikatur...


Trump’s "Muslim ban" is a huge gift to ISIS
(vox.com) ISIS has been trying for years to convince Muslims around the world that the West - and especially the United States - is at war with Islam. President Donald Trump’s new executive order on immigration will make it much easier for it to make its case.
The executive order - which bans all immigrants and visa holders from seven Muslim-majority countries from entering the US for 90 days, bans all refugee admissions for 120 days, bans Syrian refugees indefinitely, and puts Christian refugees at the front of the line - plays right into the ISIS narrative.
No immigrants from any of the seven countries on the list - Iran, Iraq, Syria, Yemen, Libya, Sudan, and Somalia - have killed Americans in terrorist attacks in the US. Not one. What immigrants and refugees from most of those countries are doing, however, is fleeing repression, violence, and war - in the case of Iraq and Yemen, wars started or supported by the US itself.
By blocking refugees from several Muslim countries and prioritizing Christian ones, the Trump administration seems to be sending the message that the US doesn’t care about Muslim suffering. ISIS propagandists couldn’t have said it better themselves. Read more...

Donald Trump: Amerika im Ausnahmezustand
(wiwo.de) Donald Trump krempelt die USA um. Während die Präsidenten-Familie aus ihrer Popularität Profit schlägt, werden Reporter attackiert und unschuldige Bürger an der Einreise gehindert. Zustände wie in einer Autokratie. Mehr... 

Donald Trump: Welch eine Ironie! 
(zeit.de) Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump ist vor allem ein Selbstbereicherungsprogramm für die alten Eliten. Mehr... 

Ein bemerkenswerter Beitrag von Mark Schieritz, an dem es für uns bis auf den letzten Absatz nichts auszusetzen gibt. Bis dahin hat er Recht, mit dem was er schreibt. Da spielt es keine Rolle, dass der Irak-Krieg die Amerikaner eher 3 Billionen US$ gekostet hat, als die von Schieritz angenommenen 2 Billionen. Nachzulesen in der ZEIT, am 26.02.2008: "Der Drei-Billionen-Krieg" (hier). Im letzten Absatz ist Schieritz leider die rosarote Brille auf die Nase gerutscht. Seine These, dass Angela Merkel gegenüber Donald Trump eindeutig Position beziehen muss, können wir uns nicht anders erklären.

Der Verweis auf den Beitrag von Theo Sommer hilft da nicht wirklich weiter. Angela Merkel war bisher treue Dienerin US-amerikanischer Interessen. An Kritik, selbst berechtigte, gegenüber Washington während ihrer Kanzlerschaft können wir uns nicht erinnern. Sie hat bisher immer, ohne Ausnahme, europäische Interessen den US-amerikanischen untergeordnet. Beispiele sind für uns die Sanktionen gegen Russland oder die gescheiterte Flüchtlingspolitik. Angefacht von Amerika, kostet in beiden Fällen ihre unterwürfige Haltung Europa viele Milliarden, ohne auch nur im Ansatz vor Lösungen zu stehen. Angela Merkel hat sich immer wieder vor den US-amerikanischen Karren spannen lassen. Das soll sich jetzt, quasi über Nacht, ändern? Unvorstellbar.

Donald Trump is Going to Make the European Union History
(breitbart.com) The more I see of the Donald Trump administration, the more I like its style. Read more... 

Ein Blick auf die Haltung des Trump-Lagers zu Europa.

Näher betrachtet ist der Kontinent politisch und wirtschaftlich eine Ruine. Hauptsächlich zerstört durch die "am deutschen Wesen wird Europa genesen"-Krisenpolitik seit 2009. Die Situation wird sich in diesem Jahr sehr wahrscheinlich wegen der Wahlen in Frankreich und den Niederlanden weiter verschlimmern. In dem Fall hat Angela Merkel alle Hände voll zu tun, um den Zusammenbruch von EU und Eurozone zu verhindern, oder wenigstens in geordneten Bahnen abzuwickeln. Da bleibt keine Zeit für Streit mit Washington. Donald Trump weiß das und wird alles tun die Entwicklung zu verschärfen. Gelegenheit dazu bietet ihm nicht nur der Brexit.

DIW-Chef Fratzscher zu Trump: "Uns droht ein Wirtschaftskrieg mit USA"
(derstandard.at) Die Abschottungspläne von US-Präsident Donald Trump gefährden nach Einschätzung von Ökonomen auch Jobs in Deutschland. Zu befürchten seien Einbußen für den Wohlstand, sollte der Republikaner seinen Anti-Globalisierungs-Kurs voll umsetzen. Mehr...

In diesem Beitrag sind die Gründe nachzulesen, warum es aus wirtschaftspolitischer Sicht keinen Streit mit den USA geben wird. Zu groß ist die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Damit das Argument auch gleich öffentlich wirksam greift, werden die Schätzungen über gefährdete Arbeitsplätze von den "Experten" vorsorglich auf stolze 1,6 Millionen hochgerechnet. So eine Zahl, selbst unbewiesen, treibt dem "deutschen Michel" sofort den Angstschweiß auf die Stirn. Und sofort verstärkt sich der Wunsch, es Donald Trump recht zu machen.

Goldmanizing Donald Trump
(tomdispatch.com) We now find ourselves in Donald Trump’s back-to-the-future world. And why should we be surprised?  His whole campaign pitch was to do it “again” -- to return to his dream of past American greatness, which seems mired in a 1950s America of burning fossil fuels and urban smog.  In his very first days in office, through executive orders he’s already moved to revive two pipeline projects: the building of the Keystone XL pipeline from Canada to the Gulf Coast, cancelled by the Obama administration in 2015 after years of massive environmental protests, and the Dakota Access Pipeline, halted by the Obama administration late last year after fierce and effective protests by Native American tribes and others.  At the same time, his administration has “frozen” all grants and contracts at the Environmental Protection Agency, a first step toward what will undoubtedly be an attempt to drag us back into an American past that lacked serious environmental protections.  The president also took the first step -- another executive order -- toward rolling back (or simply rolling up) the Affordable Care Act.  This was part of what will clearly be an attempt to quite literally roll back history by obliterating the “legacy” of the country’s first black president, including possibly bringing back CIA "black sites" and "enhanced interrogation techniques," both banned by Obama on entering the Oval Office.  (Again, none of this should be surprising since Trump began his political career as the chief spokesman for birtherism, the initial attempt to delegitimize Obama's presidency.) And we await the new president’s announcement of his Supreme Court nominee to fill the empty seat of Antonin Scalia, knowing that at least one of his leading choices, a fierce opponent of both abortion and gay rights, would be ready to roll the clock back, in the case of Roe v. Wade, to the years before 1973, if not to the 1950s.  Clearly, these are just initial steps on the road not to a genuine future but to what, by now, has become a kind of fantasy past.
And speaking of “again,” as TomDispatch regular Nomi Prins, author of All the Presidents' Bankers, points out today, there’s always Goldman Sachs, which is really a case of again and again and again.  Who even remembers the campaign moments when Trump claimed that “the guys at Goldman Sachs... have total control over Hillary Clinton” and tweeted that she was “owned by Wall Street”?  Now, The Donald has smashed all past records by appointing six Goldman Sachs alumni to posts in his administration.  Think of that as again with a couple of exclamation points attached to it, a coup for an investment bank that has been a government powerhouse, as Prins makes so clear, since the 1930s.  So buckle up, settle into that time machine, and head back to the future in an unprecedented way. Read more...

Hervorragend, dieser Beitrag von Nomi Prins. Beste Lektüre, sehr informativ und randvoll mit Nachdenkfutter. 

Wir haben uns bereits kürzlich, in unserer Standpunkt-Ausgabe 1055 mit diesem Thema beschäftigt: "Donald Trump: Bank(st)ers President?". Teil unseres Kommentars war eine wunderbar treffende Karikatur, für die alleine sich der Rückblick (hier) lohnt.


Bargeldverbot in Europa (2)
Wir möchten uns nicht ständig wiederholen. Deshalb gibt es heute nur die folgenden Beiträge als Ergänzung zu unserer Standpunkt-Ausgabe 1062 (hier). 

Bargeld-Abschaffung: Bar jeder Vernunft
(handelsblatt.com) Nicht nur Verschwörungstheoretiker befürchten, dass das Bargeld in Europa abgeschafft werden könnte. Mögliche Vorboten gibt es zuhauf. Doch es gibt auch gute Nachrichten für die Anhänger von Scheinen und Münzen. Mehr...

Things Just Got Serious in Europe’s War on Cash
(wolfstreet.com) The central authorities in Europe just launched their most important offensive to date in their multiyear War on Cash. The new move comes directly from the European Union’s executive branch, the European Commission, which just announced its intention to "explore the relevance of potential upper limits to cash payments", with a view to implementing cross-regional measures in 2018.
Maximum limits on cash transactions already exist in most European countries, and the general trend is downward. Last year, Spain joined France in placing a €1,000 maximum on cash payments. Greece went one better, dropping its cap for cash transactions from €1,500 to €500. In simple terms, any legal purchase of a good or service over €500 will need to be done with plastic or mobile money.
In some countries, the maximum cash limit is significantly higher. For example, in Europe’s biggest economy, Germany, recent attempts by the government to set a threshold of €5,000 triggered a fierce public backlash. The German tabloid Bild published a scathing open letter titled "Hands Off Our Cash", while a broad spectrum of political parties condemned the proposed measures as an attack on data protection and privacy.
"Cash allows us to remain anonymous during day-to-day transactions. In a constitutional democracy, that is a freedom that has to be defended", tweeted the Green MP Konstantin von Notz. Even Bunderbank President Jens Weidmann criticized the government’s proposals, telling Bild (emphasis added): "It would be fatal if citizens got the impression that cash is being gradually taken away from them."
Germany’s neighbor to the south, Austria, has similar reservations about the EU’s plans to suppress cash. The Deputy Economy Minister Harald Mahrer said that Austrians should have the constitutional right to protect their privacy. "We don’t want someone to be able to track digitally what we buy, eat and drink, what books we read and what movies we watch", Mahrer said on Austrian public radio station Oe1. "We will fight everywhere against rules" including caps on cash purchases, he said.
In other words, any attempt by the European Commission to set a mandatory continent-wide limit is likely to be met with fierce resistance — at least from some countries. Others are already so far down the path toward a cashless society that they’ll barely notice the difference. Read more... 

Eine mutlose EU-Kommission schleicht um das Bargeld herum
(norberthaering.de)  Knapp ein Jahr hat es gedauert, bis die EU-Kommission mit einer kargen und unentschlossenen Beurteilung von möglichen Bargeldbeschränkungen in der EU um die Ecke kam. Die rechtliche Beurteilung ist unterirdisch und die exzessive Argumentation mit der Terrorbekämpfung grenzt hart ans Lächerliche. Es wird deutlich, dass Schäuble den EU-Bürokraten ein Ei ins Nest gelegt hat, das sie nicht bebrüten wollen. Mehr...

Unsere Warnung: "Wer die Augen nicht zum Sehen benutzt, wird sie später zum Weinen gebrauchen" (Jean Paul, dt. Schriftsteller, 1763 - 1825). 


Handelskrieg USA vs. Deutschland
Offensichtlich gilt dieser Krieg schon als ausgemachte Sache. Wir sind davon noch nicht überzeugt. Trotzdem eine günstige Gelegenheit für die "Experten", sich mit Vorschlägen zu Wort zu melden, um dieses Ereignis noch abzuwenden.  Jedoch mit zweifelhaften Erfolgsaussichten. Ein Beispiel:

Wie Deutschland seine Importe rasch steigern kann
(spiegel.de) Deutschland exportiert weit mehr, als es einführt. US-Präsident Trump droht deshalb mit Strafzöllen. Der Ökonom Carl Christian von Weizsäcker hat einen provokanten Vorschlag, wie der Überschuss sinken könnte. Mehr...

Oh ja, der Vorschlag ist provokant, weil ungeeignet. Was von Weizsäcker vorschlägt, wirkt wie ein Tropfen auf den heißen Stein, mehr nicht. Wieso sollen 5% weniger Mehrwertsteuer den Konsum nennenswert ankurbeln? Denen, die dieses Angebot dann nutzen können, fehlt es bereits jetzt an so gut wie nichts - Zweitwagen, Drittfernseher, -smartphone, -computer, -tablet, Mehrfachurlaube, alles schon vorhanden. Für uns ist diese Idee eine glatte Enttäuschung.

Die einzige vernünftige Lösung ist der zügige Abbau des Investitionsstaus der Öffentlichen Hand. Nach der letzten Erhebung durch die KfW geht es um knapp 140 Milliarden Euro (hier), die bisher, so wird jedenfalls behauptet, der Schuldenbremse blödsinnigerweise zum Opfer fallen. Ein Rückstand, dessen schnelle und stetige Verringerung für den deutschen Binnenmarkt enorme positive Effekte hätte, gleichzeitig aber auch dem auf Dauer schädlichen Leistungsbilanzüberschuss entgegenwirken könnte. 

 
Griechenlandkrise: EU vs. IWF
Diese Reaktion war absehbar. Nachdem der IWF gerade wieder die Höhe der Verschuldung Griechenlands als "explosiv" und nicht tragfähig moniert hat, folgt postwendend die Reaktion aus Berlin und Brüssel. Wir haben es bereits in unserer letzten Standpunkt-Ausgabe angekündigt (hier). 

In Berlin, Brüssel oder Frankfurt sitzen keine Analphabeten, alle können rechnen. Möglicherweise unterfordert die Herrschaften jedoch der Umgang mit den wenig anspruchsvollen Grundrechenarten. Die reichen nämlich aus, um zum gleichen Ergebnis wie der IWF zu kommen. Man muss nur wollen. Da aber in Europa wichtige Wahlen anstehen, gehört dieses Thema vorläufig nicht in die Medien. Erst nach der deutschen Bundestagswahl im September darf öffentlich darüber diskutiert werden. Und dann können Europas Krisenmanager auch wieder einfache Aufgaben richtig rechnen. 

ESM: Griechenlands Schulden sind kontrollierbar
(nachrichten.at) Das hoch verschuldete Griechenland kann seine Staatsfinanzen nach Einschätzung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) langfristig in den Griff bekommen. Voraussetzung sei jedoch eine vollständige Umsetzung der vereinbarten Reformen, sagte ein ESM-Sprecher am Sonntag. "Wir sehen keinen Grund für eine alarmistische Einschätzung der griechischen Schuldensituation." Mehr...

Das Statement politischer und sachverständiger, macht- und karrieregeiler Dünnbrettbohrer. Diesen Nonsens wollen wir nicht kommentieren. Statt dessen als Entgegnung einen aktuellen Beitrag aus Griechenland: 

Wirtschaftskrise in Griechenland beeinträchtigt Ernährung
(griechenland-blog.gr) 2 von 5 Haushalten in Griechenland mussten die Ausgaben für ihre Ernährung kürzen und jeder dritte Haushalt wird im kommenden Jahr seine Steuern nicht zahlen können. Mehr...

Im Endeffekt gehen die oben beschriebenen Karrieristen sogar - ohne jeden Skrupel - über Leichen. Diese Zustände haben nichts mit den angeblichen Demokratiedefiziten in der EU zu tun, sondern einzig und allein mit den Plänen der Bundesregierung. Die führt Europa mittlerweile absolutistisch; aber niemand wird ernsthaft behaupten, sie sei nicht demokratisch gewählt...


Kriegstreibereien
Eines der politischen Themen, in denen Europa unter Angela Merkel in den letzten Jahren kläglich versagt hat. Und weiter versagen wird. Donald Trump behauptet(!) wort- und gestenreich, viele der weltweiten Scharmützel unter US-Beteiligung so schnell wie möglich beenden zu wollen. Statt dankbar dafür zu sein und unverzüglich eine internationale Friedensinitiative zu starten, die auch die Flüchtlingskrise ein Stück weit lösen könnte, verlegt sich die EU einzig auf ein Hunderte Milliarden Euro schweres Rüstungsprogramm zur Verteidigung Europas. Nur gegen wen? Uns fallen nur die zunehmenden Flüchtlingsströme ein, die sich demnächst - so wird von Menschenrechtsorganisationen prognostiziert - aus Afrika auf den Weg Richtung Europa machen. 

Oder geht es doch darum, sich für einen Angriffskrieg, beispielsweise gegen Russland, vorzubereiten? Dafür gibt es nur einen erkennbaren Grund: Die Finanzkrise tritt in ihre finale Phase ein, deren Folgen sich nur durch einen großen Krieg noch länger verheimlichen lassen. Dieser Gedanke macht uns Himmelangst.

Michail Gorbatschow: "Es sieht so aus, als bereite sich die Welt gerade auf Krieg vor" 
(z.tt) Der russische Politiker und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow appelliert an die Vernunft der Staatsoberhäupter: Die derzeitige Situation auf der Welt sei brandgefährlich. Mehr...

Vernünftige Staatsoberhäupter, gibt es die überhaupt noch? Unter den G20-Staaten ist uns schon länger keiner mehr aufgefallen. Gut möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, dass wir nur nicht genau hinsehen.

Völlig außer Rand und Band scheint das US-Militär zu sein, wie die beiden folgenden Beiträge aus dem Oktober 2016 eindrucksvoll bestätigen: 

US-Militärs: Krieg gegen Russland und China ist unausweichlich
(rt.com) Der künftige Krieg gegen Russland und China soll schnell verlaufen und in zahlreichen Todesopfern resultieren. Dies erklärten US-amerikanische Generäle auf der jährlichen Konferenz der US-Armeeassoziation in Washington D.C.. Dabei betonte der Leiter des US-amerikanischen Armeestabs, Mark Milley, dass der Krieg "fast unausweichlich" sei. Mehr...

Army Chief Issues Stark Warning to Potential Enemies
(military.com) The U.S. Army's chief of staff on Tuesday issued a stern warning to potential threats such as Russia and vowed the service will defeat any foe in ground combat.
"The strategic resolve of our nation, the United States, is being challenged and our alliances tested in ways that we haven't faced in many, many decades," Army Chief of Staff Gen. Mark Milley told an audience at the Association of the United States Army's annual meeting in Washington, D.C.

"I want to be clear to those who wish to do us harm … the United States military -- despite all of our challenges, despite our [operational] tempo, despite everything we have been doing -- we will stop you and we will beat you harder than you have ever been beaten before. Make no mistake about that." Read more...

Da sind größenwahnsinnige Idioten am Werk, oder?

US Has Killed More Than 20 Million People in 37 "Victim Nations" Since World War II
(globalresearch.ca) After the catastrophic attacks of September 11 2001 monumental sorrow and a feeling of desperate and understandable anger began to permeate the American psyche. A few people at that time attempted to promote a balanced perspective by pointing out that the United States had also been responsible for causing those same feelings in people in other nations, but they produced hardly a ripple. Although Americans understand in the abstract the wisdom of people around the world empathizing with the suffering of one another, such a reminder of wrongs committed by our nation got little hearing and was soon overshadowed by an accelerated “war on terrorism." Read more...

Wir ersparen uns einen Kommentar. Fragen uns lediglich, was das Friedensnobelpreiskomitee geritten hat, als es 2009 Barack Obama den Preis zugesprochen hat. In Anbetracht der Liste der Friedensnobelpreisträger eine peinliche Preisvergabe - für beide Seiten. 

So, das war's für heute.