Donnerstag, 2. März 2017

Standpunkt 1073: Nachrichten-Ticker, 17. - 19.02.2017


Im vergangenen November sind wir wieder zu unserer alten Gewohnheit zurückgekehrt: Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen; von uns mehr oder weniger kommentiert und ergänzt. Ideal für alle, die sich schnell und umfassend informieren wollen. Weit weg von den propagandaverseuchten Medien und als Unterstützung einer eigenen Meinung.

Leider müssen wir dafür häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen; die deutschsprachigen Medien schenken wichtigen Themen zu wenig Beachtung. Wir bitten dafür um Verständnis, dass von uns eine Übersetzung dieser Texte nicht bereitgestellt werden kann. Dafür fehlt uns schlicht die Zeit. 

Im Zuge der Wiederbelebung unseres Blogs werden wir zu den wichtigsten Themen der vergangenen Monate noch Stellung nehmen. Gewohnt ausführlich und mit zahlreichen Fakten unterlegt.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.


Unsere Themen heute: Bargeldlose Gesellschaft: Nachtrag - Krise in Europa - Entwicklung der Weltwirtschaft - US-Wirtschaft - Donald Trump: Selbstdarsteller! Ökonom?


Bargeldlose Gesellschaft: Nachtrag
Eines unserer Themen in der letzten Standpunkt-Ausgabe. Dazu heute nur eine Ergänzung. Der Beitrag zeigt unmißverständlich, dass von den Leitmedien diese Entwicklung nicht gänzlich ignoriert, die Gefahren jedoch heruntergespielt werden. Statt dessen wird reichlich Beruhigendes zum Besten gegeben. Wer sich darauf verlässt, der ist verlassen.

Zahlungsobergrenze: Der Anfang vom Ende des Bargelds?
(handelsblatt.com) Die Debatte um eine mögliche Abschaffung des Bargelds erhitzt die Gemüter. Nun nimmt sie mit einer Idee der EU-Kommission erneut Fahrt auf. Kritiker fürchten ein Ende für Münzen und Scheine – mit weitreichenden Folgen. Mehr...


Krise in Europa
Klar ist, sie war nie weg. Trotz zahlloser hoffnungsfroher Erklärungen des vielstimmigen Chors der europäischen Krisenmanger von Berlin, über Brüssel, bis nach Washington. Die Chormädchen und -knaben haben viele Namen: Merkel, Schäuble, Barroso, Juncker und Lagarde, um nur die wichtigsten Stimmen zu benennen. Nur der Anchorman der EZB, Mario Draghi, hat sich mit solchen Äußerungen immer sehr zurückgehalten. Für ihn ist die Krise seit 2009 ein ständiges Problem.  Und ein Ende nicht absehbar.

Die Politiker haben die Krise allein deshalb regelmäßig für beendet erklärt, weil sie Tatkraft und Handlungsfähigkeit demonstrieren wollen. Schließlich darf nie der Eindruck entstehen als seien die politisch Verantwortlichen unfähig, die vielfältigen Schwierigkeiten dauerhaft zu lösen. Die Wirklichkeit spielt keine Rolle. Das erleben die Menschen in den (finanz)krisengeschüttelten Regionen Europas völlig anders. Zu Recht. Sie erleben, wie inkompetente Politiker und Technokraten mittels Spardiktate Krisenlösungen forcieren, die nur ein Ziel haben: Die Zerstörung der Grund- und Menschenrechte, sowie der sozialen Rechte in der EU, zu Gunsten einer kleinen Clique, der globalen Finanzelite, dem obersten 1%. Die Manager der europäischen Krise sind ihre Vollstrecker. Eine Entwicklung, die längst unumkehrbar geworden ist. Diese Erfahrung werden auch die Wähler der ultrarechten Populisten machen. Deren Pläne werden die Zerstörung höchstens noch beschleunigen. 

Eurokrise: Die Tücken der Schäublonomics
(spiegel.de) Die Sorge vor einer neuen Eurokrise ist zurück. Das ist keineswegs ein Schicksal, das uns verschwenderische Südeuropäer bescheren, sondern vor allem ein Managementproblem. Und zwar ein deutsches. Mehr...

Lesenswerter Beitrag von Thomas Fricke über die "irrsinnige Sparpolitik" Wolfgang Schäuble's. Fricke hat erfreulicherweise, nach einigen kräftigen Aussetzern, jetzt wieder seine sieben Sinne zusammen.

Griechenland: Ein Armutszeugnis für Europa
(tagesanzeiger.ch) Weder hat sich Griechenland von der Krise erholt, noch hat die Politik aus ihren Fehlern gelernt. Mehr...  

Griechenland sollte in Wirklichkeit gar nicht geholfen werden
(griechenlandblog.gr) Der IWF und Poul Thomsen wollten Griechenland offensichtlich bewusst zu einer Schuldenkolonie mit spottbilligen Arbeitskräften für internationale Investoren machen. Mehr...

Der Beitrag mißachtet die Realität. Zur Erinnerung: Griechenland ist nicht geholfen worden. Die Hilfsprogramme sind getarnte Bankenrettungspakete für internationale Großbanken, vornehmlich aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die Folge: Das Land befindet sich in einer Jahrzehnte dauernden Schuldenknechtschaft. D. h., Griechenland befindet sich seit 2010 vollkommen in der Hand internationaler Investoren. Diesen unwürdigen Job erledigt hat nicht der IWF, sondern Wolfgang Schäuble in Berlin.

Greeks Turn to the Black Market as Another Bailout Showdown Looms
(nytimes.com) During seven years of a grinding economic crisis, Dimitri Tsamopoulos has lost at least half the clients from his once bustling tax consultancy. But in the past few months, business has jumped, not because the Greek economy is finally recovering but because it is falling even deeper into the abyss.
With the Greek government pushing through more tax increases to comply with austerity requirements, more than 21,000 self-employed workers and small firms have shut down in the past two months, with many seeking help from accountants like Mr. Tsamopoulos to close their books. Yet many are not actually closing their businesses.
"Most of these people will keep working", Mr. Tsamopoulos said, arching an eyebrow from behind his desk as clients waited in a smoky room outside. "But now, they’ll do it on the black market. They’re saying they need a way to survive."
Greece is the crisis that never quite goes away for the European Union, and with another tense negotiation with creditors scheduled for this coming week, the country is struggling to recover from the longest downturn in the eurozone. The budget-slashing policies and reform medicine required by creditors have done little to revive growth, leaving Greece even more dependent on the three international bailouts the country has has received since 2010.

Few problems are more ingrained, or harder to combat, than the shadow economy, which appears to be growing again as new austerity measures compel once law-abiding Greeks to go off the books. Greece’s black market is estimated at 20 to 25 percent of the gross domestic product, as more people have stopped reporting their income to avoid paying taxes that, by some estimates, have risen to 70 percent of an individual’s gross income. Read more...

Griechenland: Ruiniert durch Schulden?
(zeit.de) Griechenlands Premier Alexis Tsipras macht die Verbindlichkeiten für die Wachstumsschwäche seines Landes verantwortlich. Das greift zu kurz. Mehr...

Na also, alles halb so wild. Selbst in der Griechenland-Krise heilt die Zeit alle Wunden, die von den Rettungspaketen geschlagen wurden. Behauptet jedenfalls Mark Schieritz. Uns ist das suspekt. 

An der Schuldenknechtschaft Griechenlands ändern diese Zahlenspiele nichts. Das Land wird durch erzwungene Privatisierungen ausgeplündert und durch immer neue Spardiktate in die Knie gezwungen. Einzige Begründung für diese Maßnahmen: Die hohen Schulden. Das stützt Tsipras' Argumentation. 


Entwicklung der Weltwirtschaft
Regelmäßig schauen wir dafür auf die monatlichen Zahlen von Caterpillar, dem weltgrößten Baumaschinenhersteller aus den USA. Für uns ein zuverlässiger Indikator. Sehen Sie selbst:

Caterpillar Records 50 Consecutive Months Of Declining Global Sales
(zerohedge.com) 




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US-Wirtschaft 
Ohne ein wirtschaftlich starkes Amerika kein Ende der globalen Rezession. Die Aussichten beurteilen wir mäßig, trotz der hochfliegenden Pläne des neuen US-Präsidenten. An dieser Stelle bleibt er bisher deutlich hinter seinen Wahlversprechungen zurück; außer vollmundigen Ankündigungen kommt nichts als heiße Luft. 

Worse Than a Decade of Stagnation
(wolfstreet.com) There are two components of "retail and food services sales" that have been booming over the past few years through the fourth quarter 2016. And then there’s all the rest combined – 71% of total retail sales – that has been in decline since the third quarter of 2008. That’s the tough reality of retail sales in the US. Read more...

Dazu noch einer der Charts aus dem Beitrag:



Donald Trump: Selbstdarsteller! Ökonom?
Die von uns für den heutigen Standpunkt zusammengestragenen Beiträge über D. T. beschäftigen sich mit seinen schauspielerischen Leistungen und seinen wirtschaftspolitischen Defiziten. Beide zweifellos vorhanden. 



Im Zusammenhang mit seinen schauspielerischen Leistungen, ausgiebig zu besichtigen bei seiner Pressekonferenz, haben wir bei cagle.com wieder treffliche Karikaturen gefunden, die uns einen wortreichen Kommentar ersparen. 



Denkwürdige Pressekonferenz: Donald Trumps (un)geschicktes Ablenkungsmanöver
(wiwo.de) Krise, welche Krise? Donald Trump versucht von seinem Fehlstart im Weißen Haus abzulenken und liefert sich erneut ein Scharmützel mit der Presse. Doch viele wichtige Fragen bleiben unbeantwortet. Mehr...



Trumps historische Pressekonferenz: Einen Arzt, bitte!
(manager-magazin.de) Nach dieser Pressekonferenz muss man sich leider ernsthaft fragen: Wie verrückt ist Donald Trump? Mehr...

Quelle: truthdig.com

Ein Beitrag für die "mutigen", weniger schmerzempfindlichen unter unseren Lesern
 
Full Transcript and Video: Trump News Conference
(nytimes.com) President Trump on Thursday announced his new nominee for labor secretary, Alexander Acosta, during a news conference at the White House. Following is a transcript of that event, as prepared by the Federal News Service. Read more...  


Nur selten hält sich Präsident Trump an die Fakten
(welt.de) Auf einer aufsehenerregenden Pressekonferenz sprach Trump über seine Beliebtheit, die Wirtschaft, die Justiz und sein Verhältnis zu Russland. Die Aussagen des US-Präsidenten waren zum Teil großer Unsinn. Mehr... 




A contradiction at the heart of President Trump's economic policy
(washingtonpost.com) If there’s anything that President Trump dislikes about certain trading partners, it’s their tendency to export more to the United States than they import. During the campaign, and for decades before, Trump criticized countries like China, Mexico, Germany and Japan for running large trade deficits with the United States.
Yet, Trump also has welcomed investment from these countries at every turn — especially Japan. In December, Trump wrapped his arm around the chief executive of SoftBank, a Japanese conglomerate, as the company announced a $50 billion investment in the United States. During a news conference with Trump last week, Japanese Prime Minister Shinzo Abe noted that Japan invested more than $150 billion into the United States last year.
For economists, these two positions represent something of a contradiction. When you look more closely at international flows of goods and money, you can see that foreign investment and trade deficits are two sides of the same coin. Read more...

Zwei sehenswerte Charts aus dem Beitrag:



  
Exportüberschuss: Angriff auf Berlin
(zeit.de) Die Kritik ist heftig: Ruiniert Deutschland mit seinen Exportüberschüssen wirklich Amerika? Mehr... 

"Trump verändert Fundamente unserer Wirtschaftsordnung"
(welt.de) Philipp Hildebrand, während der Finanzkrise Chef der Schweizer Notenbank, ist heute Vizepräsident des größten Vermögensverwalters Blackrock. Er erklärt, wie gefährlich der Nationalismus wirklich ist. Mehr...

Nicht schlecht, Hildebrand liefert Nachdenkfutter.

Blood in the Water: the Trump Revolution Ends in a Whimper
(globalresaerch.ca) The Flynn fiasco is not about national security advisor Michael Flynn’s conversations with the Russian ambassador. It’s much deeper than that. It’s about Russia. It’s about Putin. It’s about the explosive rise of China and the world’s biggest free trade zone that will eventually stretch from Lisbon to Vladivostok. It’s about the one country in the world that is obstructing Washington’s plan for global domination. (Russia) And, it’s about the future; which country will be the keyplayer in the world’s most prosperous and populous region, Asia. Read more...


President Trump: Diplomacy and Democracy in America
(globalresearch.ca) By the end of the first month of President Trump’s Administration we are in a better position to evaluate the policies and direction of the new President.  An examination of foreign and domestic policy, particularly from a historical and comparative perspective will provide insights about whether America is heading for a catastrophe as the mass media claim or toward greater realism and rationality. 
We will proceed by examining whether Trump pursues diplomacy over warfare.  We will evaluate the President’s efforts to reduce US foreign debt and trade burdens with Europe and Asia .  We will follow with a discussion of his immigration and protectionist policies with Mexico .  Finally we will touch on the prospects for democracy in the United States. Read more...

"Finetuned Machine"
Europe in a new world order
(bruegel.org) From Europe’s perspective, the world in 2017 looks very different to how it looked just one year ago. But despite significant upsets resulting from elections and/or referendums, not all of the changes that are taking place are breaks from previously-trodden paths. Some are continuations of previous trends that have now become more visible or more entrenched. 
One major trend, which started some 20 years ago, is the diminishing relative economic importance of advanced countries. This trend became evident around 2010, when advanced countries started to account for less than half of global GDP in purchasing power terms. 
This reduction in economic importance is associated with so-called diminished giant syndrome, otherwise known as the curse of declinism. Previous world hegemons pursue "myopic and self-indulgent … 'what’s in it for us' economic policies in the world arena", which end up undermining their roles as world leaders. 
In the case of the United States this trend emerged during the Clinton administration (1993-2001), when the question of "what’s in it for us?" first arose in terms of "regaining competitiveness". Donald Trump’s victory in November 2016 seems to have made this principle into the underpinning of all the new administration’s policies. 
Other advanced economies have also seen their shares in global trade and income decline, leading to calls for protectionism. The European Union remains unsure about its role in the world, not least in terms of its security and its ability to do new trade deals. Brexit will diminish the EU’s size and possibly its trade and security influence.
By contrast, China’s position in the world has strengthened during the last 20-25 years. President Xi Jinping’s speech in Davos in January 2017 was more like that of a 'growing giant' and reminiscent of presidents’ speeches calling for an open global economic system during the heyday of US hegemony.
However, Trump’s election also marks a break from trends in terms of the US’s world role in defence, trade and spreading of cultural values. Importantly, the current administration does not only aim to reduce the US’s role as an anchor of the global multilateral system, it may be on course to openly challenge it, either by threatening to withdraw from it unilaterally or by imposing protectionist measures, such as high tariffs. Culturally, the US may draw back from liberal values. Meanwhile, the US’s military commitment to NATO is being questioned. The underlying rationale of "what’s in it for us?" is well captured by President Trump’s 'America first' rhetoric. 
In this paper, we consider what the EU’s strategic reaction should be to US diminishing giant policies, and the EU’s role in a world of declining hegemons and shifting balances. We start by exploring the geopolitical reasons for the new US administration’s 'America first' orientation. We then discuss the central elements of the emerging US policies and possible consequences for Europe. Lastly, we discuss how Europe should respond, how it could sustain a multilateral system and what partnerships it could build. Our focus is on the economic aspects but cultural and security aspects also play central roles in the broader picture. Read more...


So, das war's für heute!