Dienstag, 16. August 2011

Standpunkt, Ausgabe 52 - Spanien bankrott!


Eurokrise: Unzählige spanische Städte vor dem Bankrott!  

Es sind wieder einmal nur potemkinsche Dörfer, die von der spanischen Regierung, der EU und dem IWF vor unseren Augen aufgebaut werden. In der Wirklichkeit erodiert die spanische Wirtschaft weiter. Die Folge davon: Amerikanische Verhältnisse in Europa. Spanische Bürgermeister schlagen Alarm und geben offen zu, dass ihre Stadt bereits pleite ist. Andere werden zwangsläufig folgen. American Press (AP) hat sich am 13.08.2011 in einem ausführlichen Artikel mit dieser Entwicklung beschäftigt und kommt am Beispiel von Moratella, einer Kleinstadt mit 8.500 Einwohnern, in der Provinz Murcia, zu niederschmetternden Ergebnissen. 

Die Gemeindearbeiter bekommen seit Mai keinen Lohn mehr. Die Polizei darf ihre Autos nur auf ausdrücklichen Befehl benutzen. Sie geht zu Fuß zu den Einsätzen. Das Schwimmbad bleibt trotz mörderischer Hitze geschlossen, weil die Wasserrechnungen um 33% gestiegen sind. Die örtlichen Geschäftsleute sitzen gegenüber der Stadt bereits auf 9 Millionen Euro offenen Rechnungen.

Moratella soll die erste bankrotte spanische Stadt sein. Sparprogramme sind aufgelegt, um während der nächsten 8 Jahre die öffentlichen Ausgaben drastisch zu senken und die Steuern und Gebühren stark anzuheben. Die städtischen Fahrzeuge bekommen kein Benzin mehr, weil dafür kein Geld da ist. Das Altersheim bekommt wegen über 2.000 Euro offener Rechnungen keine Zeitungen mehr geliefert.

Die 8115 spanischen Kommunen leiden unter dem Zusammenbruch der Einnahmen durch den Crash der Banken seit 2008. Die Arbeitslosenquote liegt bei 21%. Der Tourismus ist krisenbedingt stark zurück gegangen. Viele Städte können ihren Zahlungsverpflichtungen nur schleppend bis gar nicht nachkommen. Arbeiter können wegen geltender Tarifverträge nicht einfach entlassen werden. Im Gesundheitssektor sind die Ausfälle durch Geldmangel schon besorgniserregend.

Für den notwendigen Bailout will die Bevölkerung Unterstützung von der EU und versteht nicht, dass die Politiker immer noch behaupten, sie hätten alles im Griff. Ähnlich wie in den USA sind die Menschen gescheiter als ihre Politiker. Deutschland ist hier noch nicht so weit.

Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich die weitere Entwicklung vorzustellen. Gerade auch im Hinblick auf Italien oder auch Frankreich und Belgien, usw.